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Völklinger Meeresfischzucht: 4000 kleine Störe angekommen

Die etwa drei Monate alten, 40 Gramm schweren und 15 Zentimeter langen russischen Störe tummeln sich jetzt zunächst in einem Aufzuchtbecken.

Die etwa drei Monate alten, 40 Gramm schweren und 15 Zentimeter langen russischen Störe tummeln sich jetzt zunächst in einem Aufzuchtbecken.

Völklingen. Wer die Presse, zumal das Fernsehen, für ein Anliegen begeistern will, der hat meist viel zu erzählen und vor allem Kaffee und Schnittchen vorbereitet. Die Meeresfischzucht in Völklingen hat derlei nicht nötig, sie ist auch ohne große Neuigkeiten ein Ereignis. Es reicht die Ankündigung, dass endlich 4000 kleine Störe als Erstbesatz angekommen seien und Chef Jochen Dahm einen Blick darauf erlaube, und schon strömen Medienvertreter sogar aus Rheinland-Pfalz herbei.

So gestern Morgen. Statt zu einem Imbiss werden sie in einen schmucklosen Raum gebeten, um sich Hände zu desinfizieren und Stulpen über die Straßenschuhe zu ziehen (was im Stehen eine sportliche Herausforderung ist). Es sollen keine Erreger in die Anlage geschleppt werden, erklärt Meeresbiolgin Vera Hanke, eine von sieben Mitarbeitern, und kümmert sich mit Thermometer und Pelletsfutter um die Neuzugänge. Und um dutzende Fragen rund um Fisch und Fischzüchter. Auch eine Tierärztin ist da. Etwa drei Monate alte und 40 Gramm schwere und 15 Zentimeter lange „russische Störe aus Ungarn“, am Donnerstag und Montag nach jeweils zwölfstündigen Autofahrten eingetroffen, sind nach Einschätzung der Experten gesund und munter; das sehe man an ihrer Agilität, den klaren Augen und der Futteraufnahme, heißt es. Es habe keinen einzigen Verlust gegeben. Die Tiere, so erfährt man, werden in den nächsten vier bis acht Wochen in einer Art Frühchenstation- Becken herangezogen und auf den Besatz im großen Zuchtbecken vorbereitet. Bis Störfleisch und Kaviar produziert sind, gehen allerdings noch vier bis fünf Jahre ins Land.

Früheren Ertrag, nämlich nach schon einem Jahr Aufzucht, erhofft man sich von den Doraden und Wolfsbarschen, die Ende Februar aus der Normandie geliefert werden sollen, je 90 000 Stück.

Wenn die Fischzuchtanlage läuft, wie die Erfinder es gern hätten, stellt sie zwei bis 2,5 Tonnen Ware am Tag her. Wer die Fische wann und wo schlachtet, steht dem Vernehmen nach noch nicht fest, auch ein angestrebter Herstellungsoder Verkaufspreis wird nicht mitgeteilt. Dafür kann allerdings schon ein bestens gelaunter Verkäufer Zuversicht auf einträgliche Geschäfte verbreiten : Hans E. Agostini. Der Chef des Völklinger Wirtschaftskreises und des Landesverbandes Einzelhandel und Dienstleistung Saarland wurde von der Fischzucht als Vermarkter angeworben, derzeit „gegen Aufwandsentschädigung“. Agostini erklärt gern, warum ein gelernter Schuhhändler durchaus auch Fische an die Kunden bringen könne: Weil ein guter Verkäufer alles verkaufen könne, wenn er leidenschaftlich zu seinem Produkt stehe und von dessen Nutzen für die Kunden überzeugt sei. Er, Agostini, habe sich von Anfang an für diese Völklinger Meeresfische eingesetzt und werde seine Kontakte zu Handel und Caterern nutzen, um sie zu vermarkten.

„Er ist unser Türöffner“, sagt Jochen Dahm – und hat doch noch eine Neuigkeit: Die Firma Neomar, die sich um den Betrieb der Anlage kümmert, hat demnach 10,1 Prozent der Anteile an der Anlage übernommen, und zwar rückwirkend zum 1. Januar. Dieser Einstieg war zuletzt nur als unbestätigtes Gerücht gehandelt worden.
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