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Völklinger Polizei sieht sich einer Flut an Online-Betrügern gegenüber

Es gibt Diebe, die müssen nicht einmal vom Stuhl aufzustehen, um sich die Taschen zu füllen. Alles, was sie brauchen, ist der Name einer Person und deren Geburtsdatum.

Identitätsdiebstahl ist eine der lukrativsten Maschen im weiten Feld der Internetkriminalität, mit der die Kriminalpolizei in Völklingen immer stärker konfrontiert ist. Einer regelrechten Flut an Delikten über das weltweite Datennetz sehen sich die Beamten um die Kriminalhauptkommissare Hermann-Josef Flesch und Susanne Hell gegenüber. Laut Flesch hat sich die Zahl der Delikte innerhalb der vergangenen zehn Jahre in Völklingen mindestens verdreifacht. Genaue Zahlen kann er aber nicht nennen, weil sich in dieser Zeit auch das Zuständigkeitsgebiet des Völklinger Kriminaldienstes verändert hat. Es vergeht kein Tag, an dem niemand aus dem Warndt oder aus der Hüttenstadt Anzeige erstattet, weil er etwas über Ebay gekauft, bezahlt, aber nicht erhalten hat, über das Datennetz um mehrere tausend Euro geprellt wurde oder aus ähnlichen Gründen. Derzeit sind drei Beamte auf Internetkriminalität spezialisiert – von 20 insgesamt.

Beim Identitätsdiebstahl bekommt der Geschädigte meist erst Wind davon, wenn Firmen schon seit längerem ihrem Geld hinterherlaufen und ihn als vermeintlichen Schuldner ausfindig gemacht haben. In seinem Namen hat der Betrüger sich da schon für viel Geld Dinge schicken lassen. Jetzt liegt der Ärger zunächst beim Geschädigten, sich reinzuwaschen, erklärt Susanne Hell. Andere schwarze Schafe verschicken Nachrichten, in denen sie gefälschte Rechnungen stellen. Flesch drückt solche Mails einfach weg, wie er es auch jedem anderen empfehlen würde. Es gibt aber eine große Zahl an Nutzern, die schon mal eine kleine Summe um die 100 Euro lieber bezahlen, bevor es Ärger gibt. „Die Betrüger spielen oft mit den Ängsten der Leute“, sagt Susanne Hell, sie üben Druck aus, drohen mit Gerichtsvollziehern.

Oder sie verlocken, geben Einsamen die Hoffnung, wieder Anschluss oder sogar ihre Liebe zu finden, und dafür nach und nach viel Geld ins Ausland überweisen. Den Empfänger haben sie im Internet vielleicht als charmanten vermeintlichen US-Offizier kennen gelernt, der nach gut gelaunten E-Mails mit gefälschten Fotos vorgibt, plötzlich in finanzielle Schieflage geraten zu sein. Alles auch schon mal so in Völklingen geschehen, sagt Flesch.

Der Völklinger Polizei sind in vielen solcher Fälle die Hände gebunden: Ein großer Teil der Betrüger sitzt im Ausland. Denen ist dann kaum beizukommen. Überdies genießen Betrüger im Internet viele Möglichkeiten, ihre Identität zu verschleiern. Darum rufen die beiden Völklinger Kriminal-Experten dazu auf, auch im Internet „immer den gesunden Menschenverstand walten zu lassen“.
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