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Völklinger Tierauffangstation kapituliert vor Vandalismus und macht dicht

Die Tierauffangstation des Tierschutzvereins Völklingen ist Geschichte. Weil Einbrecher immer wieder in das ansonsten leer stehende städtische Gebäude eingedrungen sind, hat der Verein die Station, in der eigentlich Katzen vorübergehend ein Zuhause finden sollten, falls die verfügbaren Pflegestellen mal alle belegt sind, aufgegeben. Gerade mal ein gutes Jahr nutzten die Türschützer das großzügige Angebot der Stadt. Seit Anfang 2014 wurden vor allem Katzenmütter mit ihrem Wurf Jungtiere untergebracht, Verweildauer zwei Tage.

Und jetzt das Ende. Die Spuren der Eindringlinge sind überall deutlich zu sehen. Die untere Hälfte des Türblattes der Haustüre, an dem die Briefkästen der einstigen Bewohner befestigt waren – eingetreten und von den Tierfreunden wieder behelfsmäßig geflickt. Tierschützerin Melanie Zimmer sagt: „Mittlerweile steigen sie aber immer über das aufgebrochene Kellerfenster ein.“

Was die Einbrecher suchen, wird bei einem Blick auf die Wände im Treppenhaus deutlich. Akkurat aufgestemmte Kabelschlitze zeigen: Hier wurden sämtliche Leitungen entfernt, um das in den Kabeln enthaltene Kupfer gewinnbringend zu verscherbeln. In Eigenleistung haben die Tierschützer hier die Räume so hergerichtet, wie sie sie brauchten. Die eigentliche Katzenwohnung ist auch noch nahezu unversehrt – aber auch nicht verschont geblieben. „Werkzeug ist weg, an unseren Erfrischungsgetränken hat man sich auch bedient“, so Zimmer.

Tiere wollten sie hier, wo dauernd Fremde eindringen, auf keinen Fall unterbringen. „Man stelle sich mal vor was passiert, wenn die Kätzchen entwischen und auf die Straße laufen.“ An die Möglichkeit, dass es sich bei den Bösewichten sogar um Tierquäler und Sadisten handeln könnte, mag sie überhaupt nicht denken.

Ob es in absehbarer Zeit eine neue Auffangstation geben wird, ist unwahrscheinlich, da Ende des Monats auch im Verein ein Umbruch ansteht. Melanie Zimmer kündigte bereits an, nicht mehr für ein aktives Mitwirken zur Verfügung zu stehen. „Es werden einem einfach zu viele Knüppel in die Beine geworfen“, begründet sie.

 

Zum Thema:
Um 120 bis 150 Katzen kümmert sich der Tierschutzverein Völklingen . Plätze, die aufgrund von vermittelten Tieren frei werden, sind schnell wieder besetzt. Seit einigen Jahren versucht der Tierschutzverein, mit Hilfe der Stadt Völklingen eine Kastrationspflicht durchzusetzen. Die treibende Kraft, die in 2012 verstorbene Vorsitzende Heike Willié, hatte das Projekt nach dem Vorbild der Stadt Paderborn angeschoben. Auch der Stadtrat hatte sich bereits mit der Thematik befasst. Weil das Vorhaben juristisch als nicht unproblematisch gilt, wollte Oberbürgermeister Klaus Lorig zunächst die rechtlichen Möglichkeiten prüfen lassen. Mittlerweile befasst sich auch die Landesregierung mit dem Thema. red  
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