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Völklinger Umwelttage: Energiepolitiker Hermann Scheer spricht Klartext

Saarbrücken. Vor einer einseitigen Fixierung der Energiepolitik auf den Klimawandel hat der Träger des alternativen Nobelpreises, Hermann Scheer, gewarnt. Scheer, der am Freitag die Völklinger Umwelttage besuchte und der saarländischen Umweltministerin Simone Peter (Grüne) einen Besuch abstattete, sieht die Diskussion um die Erderwärmung nach dem Scheitern der Weltklimakonferenz von Kopenhagen in einer Falle. Der Prozess um die Begrenzung des Kohlendioxid-Ausstoßes werde wohl "nie zu einem befriedigenden Ergebnis führen", sagte Scheer im Gespräch mit unserer Zeitung. Mehr noch: Der Emissionshandel, mit dem einzelnen Ländern und Industriezweigen gegen Verschmutzungsprämien CO2-Emissionen in bestimmter Größenordnung zugestanden werden sollen, sei die "Missgeburt" einer falsch verstandenen Umweltpolitik. Hier müssten die Verantwortlichen sich mit der Frage auseinander setzen, ob nicht der Aufwand dafür falsch sei. Außerdem habe die "Totalfixierung auf die CO2-Problematik als Vehikel dafür gedient, die Atomenergie wieder ins Gespräch zu bringen".

Scheer:  60 Prozent der Leute hätten nichts gegen Windräder in Sichtweite

Andererseits unterstrich Scheer aber, dass es auch dann "massive Gründe für einen Energiewechsel" gebe, wenn die CO2-Problematik mit dem Effekt der globalen Erwärmung gar nicht bestehen würde. Dem pflichtete auch Simone Peter bei: "Uns wird immer mehr bewusst, dass wir es mit sich verknappenden Energieträgern zu tun haben." Dies werde auch vor dem Hintergrund des Unglücks der BP-Bohrinsel im Golf von Mexiko deutlich. Nicht zuletzt müsse man darauf hinweisen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland immerhin knapp 300 000 neue Arbeitsplätze gebracht habe, so die Ministerin.

Unter anderem unterstützte Scheer das Konzept von Peter, im Saarland Vorranggebiete für die Gewinnung regenerativer Energie auszuweisen; das dürfe im Umkehrschluss aber nicht heißen, dass außerhalb der Vorranggebiete keine Windräder errichtet werden dürften. Über solche Fragen müssten die Kommunen vor Ort dann selbst entscheiden. Im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen die geplanten Windräder in Weiskirchen machte Scheer deutlich, dass er schon manchen Windkraftgegner von der Notwendigkeit der Errichtung umweltfreundlicher Energiekapazitäten überzeugt habe. Denn dann müsse man auf die Alternativen Kohlestrom und Kernenergie mit ihrer Umweltverschmutzung und ihren Risiken hinweisen. Mit einer CO2-freien Energieversorgung nutze doch jeder Mensch und jede Gemeinde nur sich selbst. Dadurch brauche man nicht mehr das Geld für andernfalls erforderliche fossile Energien auszugeben. Außerdem werde die Akzeptanz von Windrädern - im Verhältnis zu Kohle- und Atomkraftwerken - unterschätzt. 60 Prozent der Leute hätten nichts gegen Windräder, falls sie in ihrer Sichtweite errichtet würden, so Scheer.

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