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Völklinger Wirte: Weniger Umsatz dank Rauchverbot

Völklingen. Zerknirscht streifen sie sich die Jacken über. Jedes Mal, wenn sie vom Tresen ins Freie oder unter ein provisorisches Zeltdach gehen müssen, um dort eine Zigarette zu rauchen. Auch die, die am Tresen zurück bleiben, verziehen in diesen Momenten die Miene, weil sie aus ihren Gesprächen gerissen werden. Solche Szenen beobachten die Völklinger Kneipiers tagtäglich, seit die jüngst aufgelöste Jamaika-Regierung an der Saar ein strenges Nichtraucherschutzgesetz (NRSG) verabschiedet hat: Totales Rauchverbot in allen Lokalen. „Ganz klar: Wir wollen, dass Wirte mit einer Gaststätte mit einer Fläche bis zu 75 Quadratmetern wieder selbst entscheiden dürfen, ob in ihren Lokalen geraucht werden darf, oder nicht“, sagt Dieter Baldauf, Inhaber der Hüttenschänke in der Bismarckstraße. Für diese Regelung hatte die Völklinger Wirtegemeinschaft vor Jahren im Zuge des ersten NRSG für alle saarländischen Kollegen vor dem saarländischen Verfassungsgericht gestritten und Recht bekommen. Jetzt, nachdem der saarländische Landtag neu gewählt werden muss, wird auch das NRSG wieder ein Thema. Baldauf ist überzeugt: „Die Parteien, die für das Rauchen sind, werden deshalb mehr Stimmen bekommen.“ Auf 70 Prozent schätzt Andreas Olivier, Wirt im Prellbock in Fürstenhausen, die Chancen ein, dass er nach der Saarlandwahl die Aschenbecher wieder aufstellen darf. Normalerweise muss man bei ihm vor der Tür rauchen. „Zuletzt, als es bitterkalt war, habe ich den kleinen Vorraum etwas hergerichtet und mit einem Heizlüfter ausgestattet, damit keiner frieren muss.“ Hildegard Schuh-Groß vom Rottmann's Eck fühlt sich im eigenen Haus entmündigt. Was sie überhaupt nicht verstehen will: „Da sind die Grünen auf der einen Seite für ein totales Rauchverbot und setzen sich auf der anderen Seite für die Legalisierung von Rauschmitteln ein.“ Dabei passe ein solches Gesetz überhaupt nicht ins Saarland: „Schließlich sind wir doch bekannt dafür, dass wir tolerant und weltoffen sind.“

Alle sprechen sie von empfindlichen Umsatzeinbußen, ohne aber konkrete Zahlen zu nennen. Harry Mörsdorf vom Jean M. sagt: „Vor allem das Thekengeschäft hat stark nachgelassen.“ Auch sei mit dem Rauchen die Gemütlichkeit abhanden gekommen, und das wirke sich auf die Verweildauer im Lokal aus: „Die Leute bleiben nicht mehr so lange.“

Heizpilze sieht man in der Nähe der Aschenbecher vor der Kneipentür kaum irgendwo, hier und da vielleicht einen Heizstrahler oder einen Heizlüfter. Offenbar macht das Heizen aber auch wenig Sinn, denn Baldauf hat beobachtet: „Gerade im Winter bleiben die Leute lieber zuhause, wenn sie schon vorher wissen, dass sie zum Rauchen raus müssen.“ „Jeder soll in der Kneipe das tun dürfen, was er will“, meint Kneipier Martin Becker in seinem Geislauterner Glashaus. Und das Rauchen sei nun mal erwünscht: „Jeder Zweite fragt nach einem Aschenbecher.“
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