A620 Saarlouis Richtung Saarbrücken Zwischen AS Völklingen-Wehrden und AS Völklingen-Geislautern Gefahr durch defektes Fahrzeug (22:19)

A620

Priorität: Sehr dringend

3°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
3°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Von Butterfly bis Laith al Deen

 Merzig/Saarbrücken. Dirigieren bezeichnet er als „Psychohygiene“. Deshalb übernimmt Joachim Arnold (43) in diesem Sommer wieder die musikalische Leitung der „Oper im Zelt“. Vergangenes Jahr, bei der „Tosca“, musste er passen. Zu anstrengend gestaltete sich die Umstellung auf den neuen Fulltime-Job: Seit Dezember 2007 ist der Geschäftsführer von Musik & Theater Saar (Merzig) Leiter der Abteilung ,,Sales and Development“ am Zürcher Opernhaus. Trotzdem läuft seine hiesige Kultur-Firma weiter, mit den Haupt-Standbeinen Mettlacher Kammermusiktage (21.6.-23.8.), Klassik am See (Losheim, 11.7./18.7.), Merziger Zeltoper (Premiere: 28. August).

Letztere zeigt Puccinis „Butterfly“: „extrem emotional, extrem plakativ“ (Arnold). Die Merziger Eigenproduktion wird inszeniert von Musical-Spezialist Andreas Gergen. Am Saarbrücker Staatstheater bewies er bereits Opern-Sensibilität, lieferte eine bemerkenswerte „Zauberflöte“. In Merzig vertraut man Gergen nun eine der berühmtesten Liebestragödien der Operngeschichte an. Die Koreanerin Hye-Sung Na singt Madama Butterfly, der angelsächsische Tenor Timothy Richards den Pinkerton – 2008 in der ,,Tosca“ viel beachtet. „Rein optisch schon ein perfektes Paar“, sagt Arnold. Hye-Sung Na sei ein „aufgehender Star“. Tatsächlich riss ihr Debüt 2006 in Heidelberg als Butterfly die Kritik mit: Man hielt sie für „das Ereignis des Abends“. Viel Erwartungsdruck für Merzig also.

Das trifft auch auf Orchester und Chor der Bolschoi Oper Minsk zu, die mit der „Tosca“ eine hohe Messlatte legten. Mit ihnen habe Arnold, so die SZ-Kritik, „seit langem den besten Griff getan“. Wie 2008 setzt Arnold für die „Butterfly“ nur fünf Abende an. Es dürfte ihm nicht schwer fallen, das Zelt (1100 Plätze) jedes Mal auszuverkaufen. In Losheim, im Strandbad, schafft er allein mit einem Abend 3500 Ticketverkäufe. Arnold will diese Programm-Schiene verstärken. Eine Neuerung des M&T-Angebotes: Neben den traditonellen Klassik-am-See-Abend in entspannter Camping-Atmosphäre mit der Radiophilharmonie Saarbrücken/Kaiserslautern tritt zukünftig eine zweite Veranstaltung.

Am 18. Juli ist eine szenische Aufbereitung der „Carmen“ mit dem Orchester Minsk geplant. Wilhelm Keitel dirigiert, vielgelobt als „Tosca“-Frontmann. Arnold betont, dass der Spielort selbst, die Seebühne, neuen Glanz gewinnt. Denn am Losheimer See entsteht zur Zeit ein „Park der vier Jahreszeiten“ (fünf Hektar) mit einer gigantischen Uferpromenade. „Das gesamte Gelände wird neu angelegt und aufgewertet. Unsere Veranstaltungen tragen zur Belebung bei.

Ab 2010 wollen wir dort sogar vier Mal spielen.“ Alles andere läuft in bekannten Bahnen. Das Heavy-Metal-„Rock am Bach“-Festival (10./11./.), das 2008 erstmals im Zeltpalast Station machte, kehrt mit Top-Gruppen wie Motörhead, Sepultura und Walls of Jericho wieder. Die 2400 Plätze der Kammermusiktage-Konzerte in historisch-exquisitem Abtei-Rahmen in Mettlach verkaufen sich von selbst.

Und im Zeltpalast rollen hochwertige Gastspiele ab: Saxophonistin Candy Dulfer (26.4.), Frank Nimsgern (4.7.), Klangkörper (Orlando, 25.9.), Klazz Brothers und Cuba Nova (26.9.), Laith al Deen (17. 10.) und Pigor (29.10.). Karten unter Tel. (0 68 61) 99 100, Mo-Fr von 9-17 Uhr; www.musik-theater.de
Cathrin Elss-Seringhaus 
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein