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Von den großen Bühnen der Welt in die Saarbrücker Garage: Interview mit Ministry-Frontmann Al Jourgensen

Ministry wird gemeinhin als politische Band angesehen. Würden Sie auch Ihr aktuelles Projekt Surgical Meth Machine als politisch definieren?

 

Al Jourgensen: Ich weiß nicht, ob SMM unbedingt politisch motiviert ist. Wir versuchen das, was wir sehen, aus einer soziologischen Perspektive zu kommentieren und der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten. Von daher kann ich nicht sagen, ob wir wirklich politisch sind. In den Texten schreibe ich hauptsächlich über die sozialen Medien und ihren Einfluss auf unsere Soziokultur. Wie entwickelt sich unsere Kultur dank all der sozialen Medien? Ich selbst benutze Facebook , Twitter etc. nicht. Ich habe Leute, die sich in meinem Auftrag darum kümmern, selbst aber keinen direkten Bezug dazu. Ich habe auch erst vor vier oder fünf Jahren mein erstes Mobiltelefon bekommen und vor zwei Jahren die ersten E-Mails verschickt. Das alles ist noch relativ neu für mich. Ich habe aber eine 30-jährige Tochter, die ich genau beobachte. Ihr Leben dreht sich darum, ob sie entfreundet oder befreundet wurde, Fotos von ihrem Essen zu machen oder Fotos von anderer Leute' Essen zu kommentieren. Warum sollte ich das wollen? Das geht mir nicht in den Kopf. Ich esse das Essen lieber. Ich brauche auch keine Freunde in einer virtuellen Welt. Ich ziehe die realen Freunde vor, die ich riechen, berühren und sehen kann. Das, was hier gerade passiert, nenne ich systematische Desensibilisierung. Klar, das ganze Thema ist noch neu für mich. Dennoch schreibe ich drüber, um meine Sicht der Dinge zu vermitteln.

 

Was ist der Unterschied zwischen Ministry und Surgical Meth Machine? Wie stellten Sie überhaupt fest, dass diese Songs nicht in den Ministry-Kanon passen?

 

Jourgensen: Zuerst einmal besteht SMM lediglich aus meinem langjährigen Toningenieur Sam D'Ambruoso und mir. Bei all den anderen Bands sind hingegen zig Leute involviert – ob bei Ministry oder bei Lard mit Jello Biafra. Bei den Revolting Cocks sind es sogar bis zu zehn Personen. Diesmal sind es nur zwei, denen die Songs regelrecht zuflogen. Wir schrieben sie nicht, sie kamen zu uns. Ich war im Studio, nahm ein paar Songideen auf, die auf Interesse stießen, und dann überlegten wir uns einen Namen dafür. Der Projektname kam übrigens wie folgt zustande: Wir gingen auf chirurgische Art an die Sache ran und kreierten die Songs mit Maschinen. Da die erste Hälfte des Albums wegen der Rhythmen und Beats sehr intensiv ist, erinnerte sie uns an eine Art Meth-Musik. Kurzum: Das Projekt kam einfach so zustande, ohne von langer Hand geplant gewesen zu sein.

 

Werden Surgical Meth Machine bei den anstehenden Ministry-Shows im Vorprogramm zu sehen sein?

 

Jourgensen: Nein. Geplant war lediglich, zu zweit die Songs aufzunehmen. Ich habe kein Interesse, eine Band zusammenzustellen und auf die Bühne zu gehen. Vielleicht wird es irgendwann aber doch passieren. Ich möchte nichts ausschließen. Ich will aber eigentlich nur aus meinen Ideen Songs erschaffen, die den Leuten hoffentlich gefallen. Und wenn nicht, ist das auch okay für mich. Ich mache es hauptsächlich für mich.

 

Ministry sind seit Jahren im Geschäft. Wie knifflig ist es, eine Setlist zusammenzustellen, die Ihnen zusagt?

 

Jourgensen: Dass sie mir zusagt, ist einfach. Aber dass sie den Fans zusagt, das ist schwierig (lacht). Ich versuche mein Bestes. Das beginnt damit, dass ich mit der Auswahl happy sein muss, sonst wird keiner glücklich. Ich lasse es immer auf meine Stimmung ankommen. Letztlich kann man die Meinung der Leute eh nicht beeinflussen. Ich wurde schon – je nach Setlist – als Mitläufer oder Genie tituliert. (lacht)

 

 

Termin: Freitag, 12. August, um 18 Uhr in der „Garage“ in Saarbrücken

 

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