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„Von niedergeschlagen bis aggressiv ist die Stimmung“

Die Beschäftigten der Firma Whitesell Beckingen überreichen am Mittwoch (11.06.2014) mit einer kleinen Demonstration vor dem Landtag des Saarlandes in Saarbrücken eine Resolution zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze an die im Landtag vertretenen Parteien.

Die Beschäftigten der Firma Whitesell Beckingen überreichen am Mittwoch (11.06.2014) mit einer kleinen Demonstration vor dem Landtag des Saarlandes in Saarbrücken eine Resolution zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze an die im Landtag vertretenen Parteien.

  Christian Braun wirkt verzweifelt. In seiner Stimme klingt aber auch Wut mit. Statt an der Maschine im Schraubenwerk Beckingen stand er gestern in Saarbrücken vorm Landtag, um zu protestieren – gemeinsam mit Kollegen und Mitstreitern von Saarstahl, Nedschroef und weiteren Unternehmen. 300 Demonstranten machten ihrem Unmut über das Geschäftsgebaren des US-Investors Whitesell Luft, der Anfang des Jahres die Beckinger Fabrik und drei weitere deutsche Standorte der früheren Ruia-Schrauben-Gruppe aus der Insolvenz übernommen hat. „Von niedergeschlagen bis aggressiv ist die Stimmung“, sagt Braun. Er fürchtet, dass Whitesell das Werk „gegen die Wand fährt“ und die Arbeitsplätze verloren gehen.

„Jede zweite Maschine steht still“, sagt Betriebsratschef Gerfried Lauer. „Whitesell hat in fünf Monaten fertiggebracht, was zwei Insolvenzen nicht bewirkten“, dass Kunden wie Ford und VW abgesprungen sind – wegen massiver Preiserhöhungen. Dem Wirtschaftsausschuss des Landtags wird eine Protestresolution überreicht, unterschrieben von Vertretern der IG Metall, Betriebsrat und fast der gesamten Belegschaft, so Lauer. Die Politiker aller Parteien sagen Unterstützung zu. Doch was sie tun können, ist ungewiss. Auf ein Gesprächsangebot des Wirtschaftsstaatssekretärs Jürgen Barke (SPD) sei Bob Wiese vom Whitesell-Management zwar prinzipiell eingegangen, zu den vorgeschlagenen Terminen habe er aber keine Zeit, habe es geheißen, so ein Ministeriumssprecher.

Nächste Woche werde es aber ein Gespräch der Geschäftsführung mit dem Betriebsrat geben, sagt Lauer. Dabei soll es um „personelle Maßnahmen und Betriebsänderungen“ gehen. Wie viele der 340 Jobs will Whitesell streichen? Soll der Standort etwa schließen? Niemand wisse, was Whitesell eigentlich wolle, beklagt Guido Lesch, 2. Bevollmächtigter der IG Metall in Völklingen. Er wirft dem US-Investor rücksichtslose Profitmaximierung auf Kosten der Mitarbeiter vor. Auf SZ-Anfragen reagierte das Unternehmen bisher nicht. mzt

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