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Von ungenießbar bis genüsslich: Stimmen zum jüngsten Saar-Tatort

Szene aus dem SR-Tatort „Söhne & Väter“ mit Devid Striesow (Kommissar) und den beiden saarländischen Schauspielerinnen Petra Lamy (Schulsekretärin) und Edda Petri (Schuldirektorin). Foto: SR</p>

Szene aus dem SR-Tatort „Söhne & Väter“ mit Devid Striesow (Kommissar) und den beiden saarländischen Schauspielerinnen Petra Lamy (Schulsekretärin) und Edda Petri (Schuldirektorin). Foto: SR

Früher war mehr Aufregung. Nach den ersten Folgen mit der Oberschrulle Jens Stellbrink ( Devid Striesow ) als SR-Tatort-Kommissar schäumten die Meinungs-Wogen: überdreht! Eine peinliche Billig-Kopie des Münsteraner Humor-Modells, hieß es. Und überhaupt waren die Saarländer nie zufrieden mit dem Bild, das von ihnen und ihrem Land nach außen vermittelt wurde. Saarvoir-Vivre-Lüge! Provinz-Muff! Die unbarmherzigsten Kritiker des SR-Teams um Redakteur Christian Bauer saßen meist im eigenen Land. Tatsächlich wurde auch gestern wieder im Netz darüber diskutiert, ob Paprika in die Lyonerpfanne gehört, die Stellbrink sich in der jüngsten Folge „ Söhne und Väter “ (Regie: Zoltan Spirandelli) zusammenschnippelt. Und auch der Dialekt, der im Haus der Fleischerdynastie Weller gesprochen wird, findet, weil falsch eingefärbt, keine Gnade. Ansonsten jedoch hat sich die „Tatort“-Schlacht nach dieser sechsten Stellbrink-Ausgabe beruhigt. „Endlich mol a gudda!!!“, heißt es bei Facebook ; der Kommentar steht stellvertretend für die Mehrheit der Stimmen. Auch für die, die die SZ gestern gezielt einfing.

Daumen hoch!, meldet Pressechef Georg Himbert für die Kollegen der Saar-Polizei. Er lobt einen endlich „geerdeten“ Kommissar und eine Story, die trägt. Landespolizeipräsident Norbert Rupp sieht eine „deutliche Steigerung“ und fühlte sich „gut unterhalten“. Sternekoch Klaus Erfort , in dessen Saarbrücker Restaurant mit seiner Mannschaft gedreht wurde, achtet bei den hiesigen „Tatorten“ weniger auf den Plot als auf die Außenwirkung. Diesmal war er zufrieden. „Wenn Menschen Orte wieder erkennen, freuen sie sich.“

„ Söhne und Väter “ brachte tatsächlich so viel Heimatfaktor wie selten: vom Sulzbacher Marktplatz (Leichenhalle) über den Leinpfad an der Saar bis zur Mügelsbergschule und Szene-Kneipen im Nauwieser Viertel. Der Saarbrücker Oberbürgermeisterin war's noch nicht dicke genug, um Saarbrücken als Krimistadt neben Münster zu schieben. Charlotte Britz meint: „Der Saarbrücker Tatort darf gerne noch etwas mehr Lust auf unsere Landeshauptstadt machen.“ Solcherart Tourismus-Werbe-Aufträge sieht Joachim Arnold (Musik & Theater Saar) allerdings kritisch. Seine Ehefrau, die Schauspielerin Edda Petri, wirkte beim Tatort als Schuldirektorin mit. Arnold nennt es „bemüht“, wenn ein Koch-Lehrling „auf dem Ludwigsplatz fünf ärmliche Möhren einkaufen muss“, nur um die prächtige Kulisse zu zeigen. Überstrapaziert wurde deshalb seiner Meinung auch das Rumgeknattere Stellbrinks auf seiner Vespa. Doch insgesamt: „Das war gelungen.“

Nichts anderes sagen die Quoten. Der SR meldet einen Marktanteil von 26,2 Prozent bundesweit (9,65 Millionen Zuschauer), den höchsten seit 1993. Und bei der ARD-Zuschauer-Umfrage gaben 75 Prozent dem SR-Tatort die Schulnote gut und sehr gut.

Nur die professionelle TV-Kritik ist dem SR-Team noch nicht durchweg gewogen. Zwar bewerten alle das Herunterkühlen der Kauzigkeit von Kommissar Stellbrink als entscheidenden Fortschritt, aber es hagelt immer noch ätzende Kritik, etwa von „Spiegel online“, „Welt am Sonntag“, „Zeit“ und „Süddeutscher Zeitung“: „ungenießbar“, „Murks“, „Schwundstufe eines angeschickerten Kriminalfilms“. Doch in der Summe vernimmt man ein wohlwollendes Grundrauschen. Das Urteil im TV-Magazin „Prisma“ kann man dafür als repräsentativ heranziehen: „Wie lange musste man auf so etwas warten? Keine groß angelegte Sozialkritik. Kein aktueller Bezug auf Terrorismus, Digitalisierung, Flüchtlinge (…). Einfach nur ein Krimi. Ein richtig guter Krimi. Danke.“

 
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