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Vor Gericht wegen Missbrauchsverdacht in 1686 Fällen

Von SZ-Mitarbeiter Helmut Jakob

Saarbrücken/Homburg. Am Freitag begann vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts der Prozess gegen einen 38-Jährigen aus dem Saar-Pfalz-Kreis. Die Anklage beschuldigt ihn in 1686 Fällen des sexuellen Missbrauchs an der Tochter seiner Lebensgefährtin. Die Übergriffe auf das heute 14-jährige Mädchen sollen zwischen 2004 und 2008 passiert sein.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe, ist aber vorbestraft. 1999 verurteilte ihn das Amtsgericht Homburg wegen sexueller Übergriffe auf ein neunjähriges Mädchen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten.

Nun versuchen die Richter herauszufinden, was an den neuen Vorwürfen dran ist. Erste Zeugin ist das mutmaßliche Opfer. Sie erzählt, es habe begonnen, als sie acht Jahre alt war. Anfangs sei sie begrabscht worden, später geschah Schlimmeres. Sie sei zu jung gewesen, um zu verstehen was geschah: „Ich sollte von unseren Spielchen nichts erzählen.“ Später verstand sie worum es ging. Ihre schulischen Leistungen sackten ab. Sie ritze sich und hatte Selbstmordgedanken. In der Schule vertraute sie sich einer Freundin an. Die riet ihr, sich ihrer Mutter zu offenbaren. Die Mutter brach während ihrer Vernehmung in Tränen aus.

Als sie von den Übergriffen erfuhr, habe sie ihren Partner aus Angst nicht damit konfrontiert. Sie hatte Angst. Er hatte Waffen im Haus. Unter dem Vorwand, ihn nicht mehr zu lieben, suchte sie auf dem schnellsten Weg eine neue Wohnung. Das Mädchen fand bei Nele – einem Verein gegen sexuelle Ausbeutung von Mädchen – erste psychologische Betreuung. Die Mutter des Angeklagten sagte, Anklage sei „an den Haaren herbeigezogen“.Der Prozess wird am Montag fortgesetzt. jht


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