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Vorerst kein Alkohol-Verbot in Bussen und Bahnen

Saarbrücken/Mainz. Ein landesweites Alkoholverbot für den öffentlichen Nahverkehr wird es im Saarland und in Rheinland-Pfalz voraussichtlich nicht geben. In Hamburg gilt seit Donnerstag vergangener Woche ein Alkoholverbot in Bussen und Bahnen. Nach Angaben des Hamburger Verkehrsverbunds werden nach einer einmonatigen „Verwarnphase“ ab dem 1. Oktober 40 Euro fällig, wenn in U- und S-Bahnen, Bussen oder an Haltestellen Alkohol getrunken wird.

„Verbot wäre irrsinnig“

Ein solches Verbot stößt beim Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Mosel (VRM), Stephan Pauly, auf Ablehnung. „Es ist nicht vertretbar, aufgrund der Verfehlungen Einzelner die gesamte Bevölkerung zu bevormunden“, sagte er in Koblenz. Für ihn wäre ein Alkoholverbot geradezu „irrsinnig“, da sein Verbund durch insgesamt drei Weinanbaugebiete verlaufe. Pauly möchte, dass die Menschen mit Bussen und Bahnen zu Weinfesten gelangen und das Auto stehen lassen können. Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) im südlichen Rheinland-Pfalz sieht derzeit auch keinen akuten Handlungsbedarf. VRN-Sprecher Axel Thiemann erklärte, das Thema werde immer wieder diskutiert. Und die Umsetzung des Verbots in Hamburg werde beobachtet.



Ebenso abwartend äußert sich Sarah Schmitt, Sprecherin des Verkehrsunternehmens Saarbahn & Bus, das im Regionalverband Saarbrücken den Bus- und Saarbahnbetrieb verantwortet: „Wir wollen erst einmal sehen, was in Hamburg passiert.  Wir haben für unsere Fahrgäste zunächst die Prioritäten Pünktlichkeit und Sicherheit.“ Zudem seien „Belästigungen durch alkoholisierte Fahrgäste wirklich selten“, betont Schmitt gegenüber der SZ. Auf den Umstand angesprochen, dass ja auch der bereits alkoholisierte Fahrgast, der an der Haltestelle erst in Bus oder Bahn steige und daher genauso eine Belästigung oder Bedrohung darstellen kann, ergänzt Sarah Schmitt: „In solchen Fällen ist es ja bereits jetzt so, dass das Beförderungspersonal darüber entscheidet, ob jemand mitgenommen wird.“ Käme es während der Fahrt zu einer Gefährdung oder Belästigung von Fahrgästen, würde zudem der Bus- oder Saarbahnfahrer Polizei und Notarzt verständigen. In den Abend- und Nachtstunden wird bei der Saarbahn zudem seit September vergangenen Jahres ein Sicherheitsdienst eingesetzt, so Schmitt.

Peter Gentes vom SaarVV bekräftigt: „Grundsätzlich können nach den Beförderungsbedingungen der Verkehrsunternehmen im SaarVV Personen, die eine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung des Betriebes darstellen, von der Beförderung ausgeschlossen werden. Insbesondere auch solche, die unter dem Einfluss alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel stehen.“



Neben regionalen und lokalen Busbetrieben fährt die Deutsche Bahn mit ihren Regionalzügen im SaarVV.  Ein Sprecher des Unternehmens in Frankfurt sagt der SZ: „Wir beobachten die Entwicklung in Hamburg.“ Allerdings, so der Sprecher, sei es eine „politische Entscheidung“ gewesen, so etwas müsse dann auch für Rheinland-Pfalz und das Saarland getroffen werden. „Es macht ja keinen Sinn, wenn der Fahrgast in Rheinland-Pfalz trinken darf, nach dem Überfahren der Landesgrenze im Saarland aber plötzlich die Flasche wegschmeißen soll.“ Um zudem eine Kontrolle der Fahrgäste und das Verteilen von Bußgeldbescheiden zu gewährleisten, müsse das Land mehr Geld ausgeben, damit die Bahn das zusätzliche Personal zur Verfügung stellen könne.

Das saarländische Verkehrsministerium verweist darauf, dass der Umgang mit Alkohol im Zusammenhang mit der Sicherheit für die Fahrgäste bereits innerhalb des Verkehrsverbundes SaarVV geregelt sei. Der Erfolg des Hamburger Modells werde aber beobachtet.  
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