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Vorerst keine Kündigungen bei Pallmann Zweibrücken

Nur noch bis 30. Juni sind betriebsbedingte Kündigungen bei Pallmann ausgeschlossen.

Nur noch bis 30. Juni sind betriebsbedingte Kündigungen bei Pallmann ausgeschlossen.

Ende des Monats läuft bei Pallmann der mit Betriebsrat und IG Metall vereinbarte Kündigungsschutz aus. Doch die Lage bei dem Zweibrücker Zerkleinerungsmaschinen-Hersteller hat sich gut ein Jahr nach der Beinahe-Insolvenz deutlich stabilisiert – sodass zumindest auf absehbare Zeit keine betriebsbedingten Kündigungen geplant seien, wie Geschäftsführer Hartmut Pallmann auf Merkur-Anfrage erklärt. Die jetzige Personalstärke von gut 400 werde aber bis Jahresende durch Nichtbesetzen freiwerdender Stellen und Vorruhestand wie geplant auf etwa 380 sinken, denn der Konsolidierungskurs – 2012 und 2013 sind laut der Vereinbarung 5,2 Millionen Euro einzusparen – müsse fortgesetzt werden. Man sei dabei auf einem guten, aber weiter schwierigen Weg. Erfreulich ist zurzeit die Auslastung. Hartmut Pallmann: „Wir schaffen voll – dreischichtig! – und sind auch über die Sommermonate voll am arbeiten. Die Leute arbeiten wieder Gleitzeit auf.“ Die Aussichten ab Herbst seien allerdings zwiespältig – man habe zwar „Aufträge für schöne Projekte, aber Anzahlungen fehlen, da könnte ein Loch entsehen, wir sind deshalb vorsichtig und haben einen Teil der geplanten Investitionen verschoben“. Von ähnlichen Problemen berichteten auch viele andere Maschinen- und Anlagenbauer – bedingt durch die europäische Krise würden gerade Finanzierungen für langfristige Investitionsgüter, wie sie Pallmann anbietet, erschwert und verschoben. Mit dem neuen Kaufmännischen Geschäftsführer Dirk Homann (wir berichteten) habe Pallmann nun aber auch einen Experten für „Financial Engineering“ an Bord. Es reiche heute nicht mehr aus, „nur“ Zerkleinerungsmaschinen zu liefern, erläutert Hartmut Pallmann, viele Kunden erwarteten auch Hilfe bei den Finanzierungsmodellen: „Das war vor fünf Jahren noch ganz anders.“

Momentan hätten die sonst zu etwa 80 Prozent exportorientierten Pallmänner erfreulich viele Inland-Aufträge. Zum Beispiel von einem Chemieindustrie-Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet. Nach China, Russland und Brasilien gingen dagegen Maschinen zur Herstellung von Möbelplatten: „Da haben wir drei Großaufträge.“ Ein großer Vorteil von Pallmann sei die Innovationsstärke, sodass weitere aktuelle Lösungen ganz andere Bereiche betreffen, etwa die Zerkleinerung gefrorener Fleischblöcke für feuchtes Tierfutter in Dose oder die Teppich-Entsorgung: „Wenn in Hochhäusern Büros saniert werden, werden alte Teppiche als Sondermüll entsorgt. Wir haben ein ganz neues Verfahren für eine führende Teppichbodenfirma entwickelt, mit der alte Teppiche zerschreddert, gereinigt und zu neuen Teppichen wiederaufbereitet werden.“

Gespart werde nicht nur durch die sozialverträgliche Reduzierung der Stellenzahl Stellenabbau, betont Pallmann. So würden im Sommer die Gebäudehüllen energetisch saniert, innen auf LED-Licht umgestellt – dies reduziere die Energiekosten erheblich. Und allein eine halbe Million Euro investiere man dieses Jahr in neue Software, die effizienteres Arbeiten ermögliche. Demnächst würden auch organisatorische Abläufe und Büros umgebaut, um sowohl wirtschaftlicher als auch kundenorientierter arbeiten zu können. „Bis 2017 wollen wir dann wieder die Spitzen-Erfolgshöhe erreichen, wo wir einmal waren“, nennt Pallmann als Fernziel des Konsolidierungskurses.

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