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„Vorsätzlicher Rufmord“ - Quierschieder Tafel sucht neuen Vorsitzenden

Von SZ-Redakteurin Michèle Hartmann

Quierschied. Etwas ratlos, aber nicht mutlos zeigt sich Klaus Quint im Gespräch mit der SZ. Vor wenigen Tagen hat der Mann kommissarisch die Leitung der Quierschieder Tafel übernommen. Der 41-Jährige fügt sich ohne Murren in sein Schicksal – zumindest bis zu den Neuwahlen, die er jetzt schnellstmöglich in die Wege leiten will. Urlaub hat er sich genommen, um einige wichtige Dinge zu regeln.

Derzeit steht Klaus Quint, bislang Vereinskassierer, ziemlich allein auf weiter Flur. Denn Siegfried Monz, der bisherige 1. Vorsitzende, hat sein Amt nach dreieinhalb Jahren niedergelegt. In einem offenen Brief an alle Tafel-Freunde schildert er voller Bitterkeit seine Beweggründe. Von Anfang an, so Monz, habe er sich „schweren Anschuldigungen und Verleumdungen“ gegenüber gesehen. Vorsätzlichen Rufmord wirft der 60-Jährige einigen Herrschaften vor. Und dieser Verdacht ist offenbar nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Es geht darum, dass zumindest eine Person, die früher mal in den Genuss von Lebensmitteln der Quierschieder Tafel kam, Strafanzeige erstattete. Es geht darum, dass Essbares angeblich an Bedürftigen vorbei verschwunden sein soll. Es geht um vermutete „Unregelmäßigkeiten“ bei der von Ehrenamtlichen getragenen Institution, die laut Quint derzeit knapp 230 Haushalte (Bedarfsgemeinschaften) mit Lebensmitteln versorgt.

Doch alle Beschuldigungen und Mutmaßungen entbehren offenbar jeglicher Grundlage. Der (strafrechtlich relevante) Verdacht der Untreue, so Thomas Reinhardt, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Saarbrücken auf SZ-Anfrage, habe sich in keiner Weise bestätigt.

Dass bei der Quierschieder Tafel nicht alles mit rechten Dingen zugehen soll – gegen solche Gerüchte will sich im Namen des Vereins nun Klaus Quint zur Wehr setzen. Ebenso wie sein ehemaliger Mitstreiter Monz sieht er den guten Ruf des gemeinnützigen Vereins gefährdet. „Denkt hier überhaupt jemand an die Bedürftigen und ihre Probleme?“, gab schon der Ex-Vorsitzende in seinem offenen Brief Ende September zu bedenken. Und genau dies ist die Sorge, die Quint umtreibt: Dass diese Menschen am meisten zu leiden hätten, wenn die Tafel aufgrund bösartiger Unterstellungen für immer ihre Pforten schließen müsste.

Zu den jüngsten Vorgängen in Quierschied wollte sich Bernd Neizert, der fürs Saarland zuständige Vertreter des Tafel-Bundesverbandes, gegenüber der SZ nicht äußern. Allerdings gab er zu verstehen, dass es zunächst vorrangig sei, einen neuen Vorsitzenden zu wählen.

Derweil kümmern sich Klaus Quint und seine Mitstreiter in der Lebensmittelausgabe und im Fahrdienst, der die Sachspenden einsammelt, darum, dass der Laden läuft. Dringend gesucht werden noch Männer und Frauen, die sich gerne im Vorstand einbringen und tatkräftig mitarbeiten möchten.
Kontakt: Klaus Quint, Tel. (0.68.97) 66423 (ab 17 Uhr).


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