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Vorsicht „Automarder“: Über 40 Aufbrüche im Oktober in Neunkirchen

Mehr als 40 Autos worden im Oktober im Kreis Neunkirchen aufgebrochen.

Mehr als 40 Autos worden im Oktober im Kreis Neunkirchen aufgebrochen.

Automarder haben Konjunktur im Kreis Neunkirchen. Nicht jene pelzigen Raubtierchen, die bevorzugt Kabel im Motorraum durchnagen. Sondern zweibeinige Kriminelle, die es auf den Inhalt des Fahrgastraums abgesehen haben – auch sie werden umgangsprachlich bisweilen als  „Automarder“ bezeichnet.

Allein im laufenden Monat Oktober gab es im Landkreis Neunkirchen bisher mehr als 40 Autoaufbrüche (laut Paragraf 243 des Strafgesetzbuches eine besonders schwere Form des Diebstahls), bestätigt Reiner Spies, der Leiter des Kriminaldienstes Neunkirchen, auf  Nachfrage. Weit mehr als in „normalen“ Monaten. So wurden in Schiffweiler in der Nacht zu 11. Oktober allein sieben aufgebrochene Autos gemeldet, in Stennweiler in der Nacht zum 16. Oktober sechs. Ganz aktuell meldet die Polizeiinspektion Illingen drei Aufbrüche in Heiligenwald und Schiffweiler in der Nacht zum gestrigen Montag.

Jedesmal wurde eine Seitenscheibe eingeschlagen. Dies sei bei etwa 80 Prozent deser Delikte so, stellt Spies fest. Und in den allermeisten Fällen lag erkennbar ein Wertgegenstand im Innern des Fahrzeugs. Sei es, dass ein Geldbeutel oder Handy auf dem Beifahrersitz lag, eine Akten- oder Handtasche auf dem Rücksitz thronte oder das Navigationsgerät gut sichtbar an der Konsole prangte. Logisch, dass die Polizei dringend empfiehlt, keinerlei Wertsachen im „rollenden Zuhause“ zu lassen. Auch nicht „versteckt“ in Handschuhfach oder Kofferraum. Selbst die Halterung von Navis oder die Codierung fürs Autoradio gebe den Tätern schon Anreize und Hinweise, sagt der Neunkircher Kriminalchef.

Und dann gibt es da noch die besonders leichtsinnigen oder schusseligen Zeitgenossen, die ihr Auto gar nicht abschließen. „Wenn ich nachts durch Neunkirchen ginge, fände ich unter 100 Autos bestimmt zwei oder drei, die offen sind“, ist sich Spies sicher. Der Polizeibeamte geht davon aus, dass drei oder vier Gruppierungen mit relativ hoher Mobilität am Werk sind.

Sie grasen offenbar bestimmte Gebiet ab, denn einige sind Gemeinden besonders betroffen. Dennoch lasse sich aus der Tatort-Kartierung kein festes Schema erkennen, so Reiner Spies. Die Spurensicherung werde dadurch erschwert, dass die Täter in der Regel nichts anfassen außer der Beute. Und: So ein Tatvorgang dauere etwa 15 Sekunden. Da haben auch Alarmanlagen nur bedingten Wert. Solche „Automarder“ werde eher selten dingfest gemacht. Dennoch hat man beim Neunkircher Kriminaldienst Ansätze für Ermittlungen, sagt Spies. Mittlerweile komme auch der ein oder andere gute Hinweis aus der Bevölkerung. Auch die Absatzmärkte bis hin zur Internet- Verkaufsbörse Ebay würden beobachtet – wer bietet etwa gebrauchte Navis an?

Autobesitzer, die ihren fahrbaren Untersatz mit verlockenden „Präsenten“ abstellen, verschaffen den Automardern also lohnende „Nebenerwerbsquellen“, wie es Spies bezeichnet. Denkbar ist auch Beschaffungskriminalität durch Drogenabhängige, wenn sie Geld für „Stoff“ brauchen. „So einen Fall hatten wir im Sommer einmal“, so der Neunkircher Ermittler. Bei der aktuellen Tatserie gebe es keine Hinweise auf Kriminelle, die

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