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WM-Duell Deutschland - Frankreich: Fußball-Dilemma in der Grenzregion?

  Ganz diplomatisch löst es Michelle Krill. Die Leiterin des Deutsch-Französischen Gymnasiums in Saarbrücken sagt vor dem heutigen WM-Kracher Deutschland gegen Frankreich: „Die bessere Mannschaft soll gewinnen.“ So einfach ist das allerdings nicht für jeden hier in der Grenzregion.

„Ein sensibles Thema“, sagt CDU-Generalsekretär Roland Theis lachend. Doch bei aller Liebe zum Heimatland seiner Mutter setzt sich beim Fußball „die Begeisterung für Deutschland durch“. Ärger mit Maman bekommt er deshalb nicht. „Sie interessiert sich nicht so für Fußball.“ Sollte Deutschland verlieren, „fiebere ich danach mit Frankreich“.

Spontane Gedächtnisschwäche könnte den Radiomann und Monsieur Chanson des SR, Gerd Heger, ereilen. Er hofft auf einen deutschen Sieg. „Aber wenn Frankreich begeisternden Fußball spielt, könnte ich kurzfristig meine Nationalität vergessen“, scherzt er. Da er arbeiten muss, kann Heger nur mit einem Auge zusehen. Live-Atmosphäre holt er sich aber auch bei den Reportagen von SR und französischem Radio. Mal hier, mal da. Er tippt ein 4:3 nach Elfmeterschießen. Für welche Mannschaft? „Die mit den besseren Nerven.“

Heger ist nicht der einzige, der während des Spiels im Dienst ist. Der französische Generalkonsul an der Saar, Frédéric Joureau, kann die Équipe Tricolore nicht vor dem Fernseher anfeuern. Denn just zur Anstoßzeit, um 18 Uhr, eröffnet er in der Saarbrücker Schlosskirche eine Ausstellung zum Ersten Weltkrieg. Ob da ein Fußball- Muffel den Termin- Plan gemacht hat? Wie auch immer. Joureau wird sich damit begnügen müssen, hin und wieder auf sein Handy zu schielen. Sein Tipp: 3:2 für Frankreich nach Verlängerung.

Beim Ergebnis geht Marcel Adam mit Joureau völlig d’accord. Nur eine Verlängerung will der französische Chansonnier und Grenzgänger, der in Grosbliederstroff wohnt, partout nicht. „Ich gebe am Abend ein Konzert. Bis dahin muss das Spiel aus sein, sonst bleiben doch alle zuhause“, sagt Adam. Bisher hat er bei der WM beiden Mannschaften die Daumen gedrückt. „Aber wenn es jetzt um alles geht, schlägt mein Herz für Frankreich.“ Allerdings treibt ihn die Angst um, dass die Deutschen nach dem Rumpelspiel gegen Algerien aufwachen und „wir was auf die Rübe kriegen“.

Sylvie Hamard setzt auch heute auf deutschfranzösische Atmosphäre. Die Chefin des Theater- Festivals Perspectives schaut das Spiel zusammen mit ihrem Team in Saarbrücken. „Allez les Bleus“ heißt es bei ihr – aber sie glaubt, dass die Deutschen stärker sind. mast/hem
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