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Wachdienst soll Sulzbacher nachts beschützen

Sulzbach. Tatort Röchlingpark in Altenwald, Montag kurz nach 18 Uhr. Ein Mann läuft mit zwei Hunden durch den Park – ohne Leine, das ist eine Ordnungswidrigkeit. Stefan Wissig schreitet ein. Der Mitarbeiter der Sulzbacher Werk- und Industrieschutz GmbH (WUI) und seine Kollegen sind seit knapp drei Monaten jede Nacht für das Sulzbacher Ordnungsamt im Einsatz.

Zwischen 18 Uhr am Abend und 6 Uhr in der Frühe fahren sie Streife im Stadtgebiet und sehen an verschiedenen Orten nach dem Rechten. Die Streifenwege und die Fahrtzeiten ändern sich. „Trinkgelage im Stadtpark sind ein großes Thema“, sagt Patrick Janes, Assistent der WUI-Geschäftsführung, „auch mit Vandalismus, Ruhestörung und Belästigung haben es unsere Mitarbeiter zu tun. Die Probleme mit Graffiti sind eher rückläufig.“ Drogendelikte seien bisher nicht aufgetreten. Stefan Wissig und seine Kollegen können selbst Verweise aussprechen. „Wird die Klientel allerdings aggressiv, ziehen wir die Polizei hinzu“, erklärt WUI-Geschäftsführer Michael Lehnert. „Wir können und wollen da nicht Hilfssheriff spielen. Die Zusammenarbeit mit Ordnungsamt und Polizei klappt reibungslos“, sagt Lehnert. Täglich schreibt die WUI Berichte über die Streifengänge, gibt die Informationen an das städtische Ordnungsamt weiter, das dann weitere Maßnahmen – auch Reinigungsaktionen – in die Wege leitet.
Erst einmal wurde ein Kollege von Stefan Wissig bedroht und mit einer Flasche beworfen.



„Die Leute sind meist einsichtig“, sagt Wissig, „wenn man vernünftig mit ihnen umgeht, die Situation deeskaliert, gibt es auch keinen Stress“. Mittlerweile kennt Wissig seine Pappenheimer. „Ich lasse die Jugendlichen auch schon mal irgendwo sitzen, wenn sie keinen Lärm machen oder Müll liegen lassen“, erzählt der Wachschutzmitarbeiter von seiner täglichen Arbeit, „es gibt auch Jugendliche, die rufen mich an und melden Dinge. Oder sie wollen einfach nur mal reden. Dann ist man mehr Seelsorger als Sicherheitsdienst.“ Neben dem Röchlingpark gehören beispielsweise die Mellinschule, das Jugendzentrum und die Salzhäuser in Sulzbach oder der Bouleplatz Neuweiler zu den kontrollierten Orten.

Die Testphase der Zusammenarbeit der Stadt mit dem privaten Wachschutzunternehmen ist nun beendet. Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam, der ja Sicherheit und Sauberkeit zu seinem Wahlkampfthema gemacht hatte, ist mit den Ergebnissen bisher zufrieden: „Die ersten Monate zeigen, dass die Partnerschaft mit der WUI der richtige Weg ist. Das Projekt läuft gut“. Die Zusammenarbeit stehe aber noch am Anfang und solle stetig verbessert werden. Die Berichte der WUI werden derzeit ausgewertet, aber eines ist bereits deutlich: „Müllablagerungen und Trinkgelage sind weniger geworden.  Die Stadt wird den Vertrag auf jeden Fall verlängern“, sagt Adam.
Der Bürgermeister weist noch darauf hin, dass die Stadt im kommunalen Ordnungsdienst zwei weitere Mitarbeiter einstellen wird.



Das Auswahlverfahren läuft derzeit. Der Fall des Hundehalters im Röchlingpark endete übrigens einvernehmlich. Der Mann zeigte Verständnis: „Ich wusste nicht, dass es hier nicht erlaubt ist. Aber ich finde es sehr gut, dass sich jemand kümmert.“ Stefan Wissig beließ es bei einer Belehrung und setzte seine Streife fort.

 
Auf einen Blick
Die Sulzbacher Firma Werks- und Industrieschutz GmbH (WUI) wurde im Jahr 2000 gegründet. Rund 350 Beschäftigte arbeiten in Vollzeit in dem Familienunternehmen. Die WUI unterhält in Sulzbach und Trier Notrufleitstellen, wo die Informationen der ebenfalls vom Unternehmen angebotenen Alarm-, Video- und Gebäudetechnik zusammenlaufen. Mitarbeiter der WUI sind für Städte und Gemeinden wie Neunkirchen, Sulzbach, Friedrichsthal, Quierschied oder Illingen im Einsatz, aber auch bei Großveranstaltungen wie dem Saarspektakel oder den Heimspielen des 1. FC Saarbrücken. „In der eigenen Akademie für Sicherheit und Technik bilden wir im Jahr etwa 15 Nachwuchskräfte aus“, sagt Geschäftsführer Michael Lehnert, „dazu kommen Auszubildende im kaufmännischen Bereich“. cor
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