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Waderner Stadtmuseum wird morgen wiedereröffnet

Nachrichten aus der Region Merzig.

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Es sei „ein Glücksfall“, erklärt Christina Pluschke, Leiterin des Stadtmuseums Wadern, „dass wir so eine historische Substanz haben“. Das schaffe eine besondere Atmosphäre, auch wenn die Sanierung des Oettinger Schlösschens eine Herausforderung gewesen sei. Zahlreiche Kabel mussten verlegt werden und neue Medienstationen mit Bildschirmen und Lautsprechern installiert werden. Rund 90 000 Euro hat allein die Stadt Wadern beigesteuert, damit sich das Stadtmuseum morgen rundum modernisiert präsentieren kann – dazu kommen Spenden von Firmen und Privatleuten aus der Region.

Der Rundgang durch das frisch renovierte Haus beginnt in der keltisch-römischen Epoche, wo in drei Vitrinen Grabbeigaben wie Amphoren, Fibeln und Münzen zu sehen sind. An der gegenüberliegenden Wand zeigt eine farbige Tafel neueste Forschungsergebnisse: Wissenschaftler der Universität Mainz haben durch geomagnetische Messungen das Aussehen einer römischen- Villa bei Oberlöstern rekonstruieren können. „Das Museum steht in enger Verbindung mit den lokalen Sehenswürdigkeiten“, erklärt Petra Lauk vom Kulturamt der Stadt Wadern. Man wolle hier im Museum auch auf die archäologischen Stätten der Umgebung verweisen.

Zahlreiche Bilder und Fotografien rücken die Fundstücke in einen größeren Kontext. Zudem gibt es interaktive Elemente wie eine Hörstation mit Sitzbank und ein Spiel zum Ursprung von Redewendungen aus dem Bereich „Handel“.

Interaktive Ausstellung Ein Schwerpunkt des neuen Museums bildet das Leben von Octavie Lasalle von Louisenthal, der gleich ein ganzer Raum gewidmet ist. Volkstümlich als „Malergräfin“ bekannt, lebte sie im 19. Jahrhundert auf Schloss Dagstuhl bei Wadern. Sie war Malerin und Musikerin, engagierte sich aber auch karitativ. So gilt sie als Stifterin des späteren St. Elisabeth Krankenhauses in Wadern. Das Museum zeigt nicht nur ihre künstlerischen Hauptwerke, sondern auch die Harfe, auf der sie gerne spielte – ein Instrument von 1773.

Der Vorläufer des aktuellen Stadtmuseums, das Heimatmuseum Wadern, wurde 1978 von Willy Weinen eingerichtet, der es über 30 Jahre ehrenamtlich führte. Nach Weinens Tod 2009 entschied sich die Stadt Wadern für eine umfassende Neuausrichtung: Aus den über 1600 Ausstellungsobjekten wurden 200 ausgewählt, die gemeinsam mit Exponaten vom Landesdenkmalamt Teil der neuen Schau sind. „Wir wollten weg von der bloßen Vitrinenpräsentation“ erklärt Lauk.

„Aber wir bauen hier auf dem auf, was Weinen ehrenamtlich geleistet hat“, stellt Museumsleiterin Pluschke klar. Dem Gründer und der Geschichte ist deshalb auch ein Bereich des Museums gewidmet. Abgerundet wird das neue Museumskonzept durch den Medien-Raum im Obergeschoss. Hier sollen nicht nur Filmbeiträge zur Geschichte Waderns gezeigt werden, sondern auch museumspädagogische Aktionen stattfinden. In enger Zusammenarbeit mit den Schulen will Pluschke auch jungen Menschen Geschichte nahe bringen: „Die Schüler sollen die Ausstellung entdecken und selbst etwas gestalten, dann merkt man es sich auch besser.“

Um Besucher anzulocken, setzt das Museum auf stärkere Kooperation mit den umliegenden Museen und auf den Wandertourismus. Man hoffe auf eine deutliche Steigerung der Besucherzahlen, die vor dem Umbau zwischen 2000 und 2500 Gästen jährlich betrugen, erklärt Lauk. Mindestens zwei Mal jährlich solle es eine Sonderaustellung geben, um den Besuchern Anreize zum Wiederkommen zu bieten.

AUF EINEN BLICK

Zur Wiedereröffnung des Stadtmuseums Wadern können sich alle Interessierten am 2. Oktober von 20.30 bis 24 Uhr die neuen Räumlichkeiten ansehen. Am 6. Oktober lädt das Museum zum Museumsfest mit freiem Eintritt, Führungen und Kinderprogramm. Die regulären Öffnungszeiten sind donnerstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr, von April bis Oktober ist auch samstags im gleichen Zeitraum geöffnet.

Am letzten Sonntag im Monat findet um 15 Uhr eine öffentliche Führung statt, private Führungen können unabhängig von den Öffnungszeiten gebucht werden.

Der Eintritt beträgt für Erwachsene 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. ls

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