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Waderner Stadtrat auf den Barrikaden - Krankenhaus soll bleiben

Die Politik in Wadern will geschlossen für den Erhalt des St-Elisabeth-Krankenhauses kämpfen. Das machte die Stadtratssitzung am Donnerstag deutlich, auf der eine Resolution verabschiedet wurde.

Von SZ-Redakteur Christian Beckinger

Wadern.
In den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass die Trägergesellschaften der Kliniken im Hochwald, die Marienhaus GmbH und die Cusanus-Trägergesellschaft Trier (ctt), über gravierende strukturelle Veränderungen nachdenken. Hintergrund ist, dass insbesondere die kleinen Häuser allen Kooperations- und Einsparungsbemühungen zum Trotz defizitär arbeiten.

Noch keine Entscheidung

Seit drei Jahren sind die Träger bestrebt, die Krankenhäuser in Wadern, Losheim, Weiskirchen, Hermeskeil und Lebach unter dem Dach eines Verbundes zusammenzuführen. Wie die Träger bestätigten, wird bei den aktuellen Gedankenspielen auch erwogen, die fünf Kliniken sowie die Reha-Klinik in Illingen zu Gunsten einer neuen, zentral gelegenen Einrichtung aufzugeben.

Wie Waderns Bürgermeister Fredi Dewald in der Ratssitzung darlegte, seien im Dezember erstmals Gerüchte über eine mögliche Konzentration der Hochwald-Krankenhäuser an ihn herangetragen worden. Daraufhin habe er den Kontakt mit den Verantwortlichen bei den Trägern aufgenommen. Am 11. Januar habe ihm Thomas Thiel von der Cusanus-Trägergesellschaft, der Geschäftsführer des Hochwald-Verbundes, bestätigt, dass über den Neubau eines zentralen Krankenhauses in der Region nachgedacht werde. Es sei, diese Botschaft nahm Dewald aus dem Gespräch mit, noch keine Entscheidung gefallen.

Dennoch sahen es die Ratsfraktionen als geboten an, Stellung für den Erhalt des Waderner Krankenhauses zu beziehen. Gerd Schillo (SPD) sagte, bei einem Wegfall der Klinik gingen Arbeitsplätze in Wadern verloren und die Stadt büßte an Lebensqualität ein. Wie intensiv schon seit Wochen in Wadern über eine mögliche Schließung des Krankenhauses diskutiert werde, zeige, wie wichtig die Klinik den Menschen in Wadern und Umgebung ist. „Die Klinik ist fest verankert in der Region“, betonte Schillo. Seine Fraktionskollegin und Anke Rehlinger, MdL, sah in der Frage des Krankenhaus-Erhaltes auch eine grundsätzliche Entscheidung darüber, wie sich die Lebensqualität im ländlichen Raum entwickelt.

„ Diskussion überraschte“


Helmut Turner, CDU-Fraktionsvorsitzender, erinnerte daran, dass die Zukunft des Waderner Krankenhauses „in periodischen Abständen“ in Frage gestellt werde. Dennoch habe die aktuelle Diskussion „uns in ihrer Dynamik überrascht“, meinte Turner. Er gab zu bedenken, dass ein Krankenhaus, das nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden könne, notgedrungen schließen müsse. Aber: „Der Bestand der Klinik ist für Wadern eine existenzielle Frage.“ Sollte das Krankenhaus geschlossen werden, „bricht hier vieles weg“.

Jochen Kuttler (Pro Hochwald) sagte, dass jetzt bekannt gewordene Ein-Standort-Konzept sei eine Hiobs-Botschaft für alle Menschen in der Umgebung der bisherigen Standorte. „Po Hochwald ist nicht der Ansicht, dass die vorhandenen Standorte grundlegend in Frage gestellt werden sollten oder müssen.“ Eine wohnortnahe medizinische Versorgung sei ein wichtiges Element der Daseinsvorsorge gerade im ländlichen Raum. Seine Fraktion sei gegen eine Gesundheitsversorgung der weiten Wege, erklärte Kuttler zum angedachten Klinik-Neubau an anderer Stelle. Wenn die Träger jedoch auf dieser Zentralisierung beharren sollten, so böte sich aus seiner Sicht Wadern als Standort hervorragend an. Peter Rohles (Grüne) erklärte, er habe „überhaupt kein Verständnis dafür, dass eine gut funktionierende Klinik dicht gemacht werden soll“. Auch die Freien Wähler unterstützten die Resolution, „wir hoffen, dass sie Erfolg haben wird“, sagte deren Sprecher Manfred Paulus.



Hintergrund

Das Krankenhaus Wadern wurde vor über 150 Jahren gegründet Heute bietet es in drei Fachabteilungen 93 Betten. 1997 haben das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Wadern und das St.-Josef-Krankenhaus in Losheim zu den Marienhauskliniken St. Elisabeth Wadern - St. Josef Losheim am See fusioniert. An beiden Standorten arbeiten insgesamt etwa 400 Beschäftigte. cbe



Auf einen Blick


Die Resolution fordert „den Erhalt des Krankenhauses Wadern mit einer umfassenden medizinischen Versorgungs-Infrastruktur an seinem jetzigen Standort“. Dazu sei ein offener Dialog mit den Verantwortlichen Entscheidungsträgern beim Gesundheitsministerium sowie den Krankenhaus-Trägergesellschaften über die Zukunft des Standortes unabdingbar. Ziel müsse sein, rasch „Planungssicherheit für die Gesundheitsvorsorge in der Region Hochwald und für die Arbeitsplätze der Beschäftigten des St.-Elisabeth-Krankenhauses Wadern“ zu erreichen.

Weiter heißt es: „Die Bürger haben einen Anspruch auf vertrauensvolle Informationen und klare Perspektiven.“ Gleichzeitig wird im Resolutionstext zugestanden: „Wirtschaftlichen und gesundheitspolitischen Zwängen und Entwicklungen kann sich eine vorausschauende Krankenhausplanung nicht verschließen.“ Aber die Stärkung und Stabilisierung des ländlichen Raumes müsse auf einer vollwertigen regionalen Gesundheitsversorgung aufbauen. „Gemeinsames Ziel aller politisch Verantwortlichen in der Stadt Wadern bleibt die Realisierung des seit drei Jahren diskutierten Hochwald-Krankenhausverbundes mit der Erhaltung aller Klinikstandorte in der Region.“

Sollte jedoch die Ein-Standort-Lösung mit einer neuen zentralen Klinik unvermeidbar sein, sei „die Stadt Wadern als Mittelzentrum und Mittelpunkt der Region für diesen Standort bestens geeignet.“ cbe

 
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