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Waffendepot in Haus von Beckinger Rentner ausgehoben

Der Umfang des ausgehobenen Waffenarsenals ließ selbst erfahrene Beamte des Landeskriminalamtes staunen. Foto: Landeskriminalamt

Der Umfang des ausgehobenen Waffenarsenals ließ selbst erfahrene Beamte des Landeskriminalamtes staunen. Foto: Landeskriminalamt

Von Michael Jungmann und Rolf Ruppenthal (SZ)

Merzig/Beckingen. Erfahrene Kriminalisten beim Landeskriminalamt (LKA) können sich an ein vergleichbares Waffendepot, das sich in privater Hand befand, nicht erinnern. Mehr als hundert Schusswaffen, 362 Stich- und Stoßwaffen sowie kistenweise scharfe Munition beschlagnahmten die Beamten am Montag im Haus eines allein stehenden 83-jährigen Rentners in Beckingen. Angehörige hatten die Waffenbehörde beim Landkreis Merzig-Wadern auf den Plan gerufen, weil der alte Mann durch zunehmende Aggressivität und Drohungen gegen sein Umfeld aufgefallen war. Insgesamt 32 Waffen hatte der gelernte Schreiner und Ex-Hüttenarbeiter legal in Besitz. Er war angeblich früher Sportschütze.

Bei der letzten Kontrolle im Oktober hatte er, so teilte ein Sprecher des Landratsamtes mit, die genehmigten Waffen ordnungsgemäß in einem Tresor gelagert. Nach den jüngsten Drohungen verfügte ein Richter die Vorführung des Mannes zu einer fachärztlichen Begutachtung an.

Mit Beamten der Merziger Polizeiinspektion besuchten die Kreismitarbeiter den Rentner unangemeldet, um bei dieser Gelegenheit erneut die genehmigten Waffen zu überprüfen. Einige dieser legalen Waffen fehlten aber, weshalb eine sofortige Durchsuchung des Hauses angeordnet wurde. Dabei wurde in dem freistehenden Einfamilienhaus, das in einer Stichstraße liegt, ein riesiges Waffen- und Munitionsdepot entdeckt.  Deshalb wurden Spezialisten des LKA alarmiert, die jetzt wohl noch Wochen benötigen, um Herkunft und Besitzverhältnisse zu klären.

„Wir stehen noch ganz am Anfang unserer Ermittlungen, konnten den Mann bislang noch nicht vernehmen“, sagte LKA-Sprecher Dieter Appel. Überall in seinem Haus hatte der Handwerker Verstecke für Waffen und Munition gebaut, etwa Nischen in Schränken oder Abstellkammern. Eine erste Bilanz der Sicherstellungen: 362 Hieb- und Stoßwaffen, 35 Langwaffen, 77 Revolver und Pistolen, neun Kurzwaffensysteme, ein durchgeladenes G-3-Gewehr, zwei zerlegte G-3-Waffen, mehrere zerlegte Maschinengewehre und Maschinenpistolen, vier verbotene Messer, etwa 100 Gebinde Munition mit einigen tausend Schuss, 200 Gramm Schwarzpulver und etwa 100 Schuss zum Teil panzerbrechender Munition.

Der Rentner zeigte sich bei der Aktion „nicht behördenfreundlich“. Er wurde in eine Klinik gebracht.





Ministerium: Verbot von Waffenbesitz nicht sinnvoll

Saarbrücken. Das Innenministerium des Saarlandes hält ein generelles Verbot von privatem Waffenbesitz nicht für sinnvoll. Innenstaatssekretär Georg Jungmann sagte nach dem gestrigen Waffenfund des Landeskriminalamtes (LKA) der Saarbrücker Zeitung: „Selbst durch strengste Gesetze werden wir nicht verhindern können, dass extreme Waffennarren gefährliche Waffen horten.“ Das Ministerium setze daher verstärkt auf Prävention, vor allem im Bereich des Schießsports.

Einen verantwortlichen Umgang mit Schusswaffen zu vermitteln halte man für zielführender als generelle Verbote, so Jungmann weiter. Laut Ministerium haben zwischen März 2009 und September 2010 Mitarbeiter von neun saarländischen Waffenbehörden unter den 32.000 registrierten Waffenbesitzern des Landes etwa 300 Kontrollen durchgeführt. Dabei seien sowohl Stichproben als auch sogenannte „anlassbezogene“ Kontrollen (etwa nach Verdachts-Hinweisen) ausgeführt worden. Sechs der 300 Überprüfungen hätten einen Anlass zur Beanstandung gegeben. Allerdings, so das Ministerium, sei bei den Kontrollen immer nur Orte zugänglich, an denen legale Waffen gelagert werden. Bei illegalen Waffen hätten die Behörden meist keine Kenntnis. jkl





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