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Wahlkampf auf Saarbrücker Kappensitzung

Saarbrücken. „Attacke!“ heißt Elfriede Grimmelwiedischs Schlachtruf. Und dieser Schlachtruf war am Samstag zur Fernsehsitzung der großen Saarbrücker Karnevalsgesellschaft „M’r sin nit so“ in der Hauptsache als Angriff auf die Lachmuskeln zu verstehen. Die Ulknudel Ewald Blum selbst, der Liedermacher Schorsch Seitz und Achim Schmitt als Saarland-Till schossen sich auf die saarländischen Spitzenpolitiker ein. Die wiederum zeigten sich angriffslustig und präsentierten sich in großteils kampfbetonten Kostümen. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zog als stolzer Torero in die Arena, der SPD-Spitzenkandidat Heiko Maas als roter Musketier. Oliver Luksic, der die FDP in den Wahlkampf führen wird, stieg als „Karate-Tiger“ in den Ring. Einzig Simone Peter (Grüne) wählte ein friedliches 30er-Jahre-Outfit.

Die optische Kampfansage überließ sie ihrem Landesgeschäftsführer Markus Tressel, der mit einem mit Sonnenblumen bestücktem Cowboyhut und Plastikpistole den soften Sheriff spielte. Die große Aufmerksamkeit der Fotografen und Kamerateams richtete sich jedoch zu Beginn der Sitzung auf den Linke- Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht. „Ich freue mich, wieder hier zu sein“, sagte Lafontaine in einer glanzvollen Napoleon- Uniform. Und auch Wagenknecht, stellvertretende Parteivorsitzende und Vize-Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, freute sich nach eigenem Bekunden, die erste Fastnacht im Saarland zu erleben. Im Bundestagswahlkampf 2009 trat sie als Kandidatin für die Karnevalshochburg Düsseldorf an, also sollte ihr das Treiben in der fünften Jahreszeit nicht unbekannt sein. Dennoch tat sie sich mit so manchen Kalauern an diesem Abend schwer. Den Anfang machte Schorsch Seitz, allerdings eher zufällig. Das Abba-Medley zum Auftakt – umgedichtet als Fastnachtslied – beinhaltete den Hit „Waterloo“. Das nahmen Lafontaine und Wagenknecht noch mit Humor und klatschten stimmungsvoll mit. Der Liedermacher legte später nach, brachte Hammer und Sichel als Symbol des Kommunismus ins Spiel und auch der Saarland-Till schoss eine deftige Pfeilspitze mit der Frage ab, wer der nächste Ministerpräsident wird: „Ich schlag’ ein Duo vor, Oskar und Sahra, das härteste Paar seit Erich und Margot Honecker.“

Doch nicht nur die beiden bekamen ihr Fett weg. Seitz sah das politische Treiben an der Saar als Hollywood-reife Filmkulisse und bot umgewandelte Filmklassiker an, wie „Annegret und die Kammer des Schreckens“ oder „Liebling, ich habe das Kabinett geschrumpft“. Zu der Regierungsverantwortung der SPD schmetterte er das Lied der Kölner Rock-Band BAP „Verdamp lang her“ und zur möglichen großen Koalition und der Verbindung Kramp- Karrenbauer/ Maas trällerte er den Westernhagen-Ohrwurm „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“. Die Gäste in der Halle rockten und die Politiker machten, obwohl sie auf Seitz‘ Schlachtfeld saßen, tüchtig mit. Griechenland geriet außerdem ins Visier der närrischen Beiträge. So merkte sich der Saarland-Till die Nummer der Telefonauskunft wie folgt: 11 Millionen Griechen bekommen 88 Milliarden Euro am Stück und zahlen 0 Euro zurück. Christoph Lesch, als „Fidelius“, ließ Nana Mouskouris Hit aufleben und sang: 120 Milliarden nach Athen, sagen mir auf Wiedersehen“. Zwar gaben die Politik und der Wahlkampf im Saarland reichlich Zündstoff für die Bütt, aber die Fernsehsitzung der „M’r sin nit so“ hatte vieles mehr zu bieten. Da bewiesen sich Nachwuchstalente wie Fabienne Müller und Felix Schäck, die über ihre pubertären Hormone berichteten oder die Garden und Funkenmariechen mit ihren meisterhaften Tänzen.

Die Aufzeichnung der Fernsehsitzung wird am Fastnachtssamstag, 18. Februar, ab 20.15 Uhr im SR-Fernsehen übertragen.
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