L130 Hirzweiler - Oberlinxweiler Zwischen Urexweiler und Remmesweiler in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn (06:49)

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Waldarbeiter mit Adleraugen

Die Festigkeit von Stämmen lässt sich ganz einfach prüfen: mit einem so genannten Resistographen. Christoph Kiefer (rechts) und Förster Martin Müller machen es vor. Foto: Heidi Schneider/Forst

Die Festigkeit von Stämmen lässt sich ganz einfach prüfen: mit einem so genannten Resistographen. Christoph Kiefer (rechts) und Förster Martin Müller machen es vor. Foto: Heidi Schneider/Forst

Sparriger Schüppling, Schleimrübling, Zunderschwamm – diese Pilze kennen die wenigsten Sammler. Sie taugen auch weniger für die Küche, sondern siedeln an Bäumen und können deren Stand- und Bruchsicherheit beeinträchtigen. Wenn etwa der Saarbrücker Urwald-Förster Martin Müller durch sein Revier geht, dann führt er stets eine (wetterfeste) Bestimmungshilfe mit, auf der die wichtigsten Holz zerstörenden Pilze abgebildet und beschrieben sind. Auch ein Bestimmungsschlüssel für Strukturen, Spuren und Arten in Bäumen ist hilfreich. Hier sind etwa Baum-Sonnenbrand, Blitzrinnen, Kot- und Käferarten erklärt.

 

Es gibt in unseren Wäldern dutzende bedrohliche Baumpilze, und jeder Waldbesitzer sollte die wichtigsten kennen, denn er ist für die Verkehrssicherung verantwortlich und muss kranke Bäume zurückschneiden oder fällen, wenn sie eine Gefahr darstellen. Grundsätzlich hat jeder, der den Wald befährt oder betritt, mit „waldtypischen Gefahren“ zu rechnen; für die Verkehrssicherungspflicht entlang öffentlicher Straßen, Radwege, Eisenbahnlinien, Versorgungstrassen und barrierefreien Waldwegen gelten aber erhöhte Anforderungen an den Besitzer. Man muss sich darauf verlassen können, dass er besonderes Augenmerk auf die Sicherheit legt.

 

Der Saarforst Landesbetrieb hat sich und seinen Mitarbeitern eine Betriebsanweisung an die Hand gegeben, „um System und breite Fachlichkeit“ in die Baumkontrollen zu bringen, wie der für Verkehrssicherung zuständige Christoph Kiefer erklärt. Dazu gehört vor allem die zweimalige jährliche Kontrolle der Bäume an den Wegen, einmal im belaubten und einmal im unbelaubten Zustand.

 

Gerade die Fachlichkeit hat es nach Schilderung von Verantwortlichen nicht immer so leicht wie gewünscht, vor allem dann, wenn ein äußerlich gesunder Baum gefällt werden soll, Naturfreunde oder heimatbewusste Lokalpolitiker aber auf Bewahrung bestehen und eine öffentliche Debatte ums Für und Wider geführt wird.

 

Die Sprache der Bäume

„Zwischen Hysterie und beherztem Nichtstun das Richtige machen“, beschreibt Kiefer den Kern der Aufgabe. Das wichtigste Hilfsmittel ist das Auge der Baumprüfer. Um das Gesehene richtig einzuordnen, also die Sprache der Bäume , ihre Lastgeschichte und ihre möglichen Warnsignale (Risse, absinkende Äste, Morschungen, Erweichungen) verstehen zu können, orientieren sie sich an der „Feldanleitung für Baumkontrollen“ oder der Methodik „Visual Tree Assessment“, die der Dresdener Biomechaniker Claus Mattheck zu weltweiter Anerkennung entwickelt hat. Sie ist übersichtlich und leicht verständlich.

 

In Zweifelsfällen kommt (bis zu hundert Mal im Jahr) Christoph Kiefer mit dem betriebseigenen Resistographen vor Ort. Es handelt sich um ein teures elektronisches Gerät, das eine dünne Nadel bis zu 40 Zentimeter weit in den Stamm treibt und den Bohrwiderstand des Holzes misst. Die Messprofile geben Aufschluss über die Dichte des Baumes und erlauben schon am Baum ein sicheres Urteil, was zu tun oder zu unterlassen ist. Sollte auch hiermit keine ausgewogene Entscheidung zu erzielen sein, verfügt der Forst auch noch über einen Schalltomographen für Bäume . Der gilt aber als extrem empfindlich und kommt nur selten in Betrieb, etwa bei „politisch brisanten“ Baum-Fällen.
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