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Waldbericht 2012: Wie krank ist unser Saar-Wald wirklich?

Saarbrücken. Jeder dritte Baum im Saarland ist deutlich geschädigt, fast drei Viertel weisen leichte Schäden auf. Damit hat sich die 2006 begonnene Erholung des Waldes im vergangenen Jahr nicht fortgesetzt. Das geht aus dem Waldzustandsbericht 2012 hervor, den Umweltstaatssekretär Roland Krämer (SPD) gestern mit dem Saarforst-Landesbetrieb vorgestellt hat. Krämer nannte die Ergebnisse „alarmierend“.

Zum 28. Mal hat das Umweltministerium den Saar-Wald unter die Lupe genommen. Hauptmerkmal für die Einschätzung der Waldschäden ist die Anzahl der Blätter in den Baumkronen. Die in ihnen sichtbaren sogenannten „deutlichen Schäden“ (Blatt- oder Nadelverlust über 25 Prozent) stiegen im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozentpunkte auf 34 Prozent an. Die Gesamtschäden, die auch leichtere Schäden registriert, blieben mit 74 Prozent konstant. Luftverschmutzung, Witterung, aber auch Insekten und Wildtiere beeinflussten die Baumgesundheit, erläuterte Erich Fritz vom Saarforst. Am meisten Kummer macht den Forstwirten die Eiche, wo die „deutlichen Schäden“ sprunghaft von 18 auf 51 Prozent anstiegen. Wesentliche Ursache dafür waren Fraßschäden durch Eichenwickler und Frostspanner. Die Fichten-Schäden stiegen um drei Prozentpunkte auf 19 Prozent an. Besser sieht es bei der Buche aus: War sie im vergangenen Jahr noch ein Sorgenkind, fielen die „deutlichen Schäden“ auf einen Wert von 35 Prozent (2011: 51 Prozent). Auch dieKiefern erholten sich leicht.

Neben den Baumkronen ist die Chemie des Waldbodens ein Zeichen für die Baumgesundheit. Diese ist zunehmend sauer. „Wir werden, wie im Koalitionsvertrag angekündigt, das Kalkungsprogramm von 2009 wieder aufnehmen“, versprach Krämer. Dadurch können die oberen Bodenschichten die Säure, die durch den Regen eindringt, besser abweisen und so tiefere Schichten schützen.

Doch auch die Schäden, die Reh-, Rot- und Damwild in teils überhöhter Populationszahl durch Verbiss anrichteten, bedrohten insbesondere am Peterberg, in Wadern-Wadrill und im Bliesgau eine notwendige Waldverjüngung.

Krämer kündigte an, Mischbestände zu fördern. Auch bei der Holzernte sollen bestimmte Wald schonende Regeln eingehalten werden. Für die Entwicklung des Wirtschaftswaldes plant das Ministerium zusammen mit dem Naturschutzbund (Nabu) eine vom Bund mitfinanzierte Untersuchung von Organismen in Alt- und Tothölzern. Die Ergebnisse sollen helfen, den Wald „so nah wie möglich an natürliche Strukturen“ heranzuführen.

Der Waldzustandsbericht kann im Internet abgerufen werden unter www.saarland.de/75838.htm

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