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Walter H.: Landgericht befragt Gutachter zu Gefährlichkeit

Die fünfte Zivilkammer des Saarbrücker Landgerichts unter Vorsitz von Helmut Legleitner hat heute Mittag um 12.15 Uhr den Psychiater Norbert Nedopil aus München eingeladen, der zur Gefährlichkeit des Ex-Sexualmörders Walter H., 64, Einschätzungen abgeben soll. Die Verhandlung in Saal 35 findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nedopil, 65, ist Leiter der Abteilung für Forensische Psychiatrie an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig- Maximilians-Universität München. Das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ bezeichnete ihn als „Deutschlands bekanntesten Gerichtsgutachter“. Er gilt als Spezialist für die Bewertung der Rückfallgefahr von Mördern, Vergewaltigern, Kindermördern, Sadisten oder Bombenlegern.

Wie die Landgerichtssprecherin Christiane Schmitt gestern der SZ sagte, hatte Legleitner ein neues Gutachten bei Nedopil in Auftrag gegeben. 2012 hatte der Gutachter Professor Michael Rösler, Direktor des Instituts für Gerichtliche Psychologie und Psychiatrie des Uniklinikums des Saarlandes in Homburg, die Rückfallwahrscheinlichkeit bei H. noch mit zehn bis 15 Prozent angegeben. Das schriftliche Vorgutachten Nedopils liege dem Gericht vor, jetzt gehe es im Hauptsacheverfahren um Einzelheiten zur Einschätzung Walter H.s, sagte Schmitt. Mit einem Urteil sei heute wohl nicht zu rechnen, da es im Zivilverfahren bei der Verkündung auch schriftlich vorliegen müsse. Nedopil wollte vor der Verhandlung gegenüber der SZ nicht zum Inhalt seines Gutachtens Stellung nehmen. Er betonte, dass das Bundesverfassungsgericht gegenüber dem Therapieunterbringungsgesetz „die Schwelle angehoben“ habe, ab der ein Mensch in eine geschlossene therapeutische Einrichtung eingewiesen werden könne. Auch Landgerichtssprecherin Schmitt sagte, es gehe um den Unterschied zwischen der hochgradigen Gefahr „schwerster“ Gewalt- und Sexualstraftaten zu „schweren“ Verbrechen dieser Art.

H. ist seit der Eilentscheidung des Landgerichts vor einer Woche auf freiem Fuß, muss allerdings eine elektronische Fußfessel tragen, sich täglich bei der Polizei melden und dabei einen Alkoholtest abgeben. H. hatte seine schweren Sexual-Straftaten meist alkoholisiert begangen. Im Jahre 1970 war es ein Mord an einer 16-Jährigen gewesen. Ein Polizeisprecher sagte gestern der SZ, H. habe sich bislang offenbar an die Auflagen gehalten. Anwalt Michael Rehberger erklärte, sein Mandant habe sich inzwischen arbeitslos gemeldet und eine Wohnung gefunden. Er werde an der Verhandlung teilnehmen und sehe dieser „angespannt entgegen“. „Die bisherigen Gutachter aus dem Saarland haben an Gewicht verloren“, so der Anwalt. Die hiesigen Psychiater hätten ihre Gutachten nach Aktenlage erstellt. H. hatte Gespräche mit diesen Gutachtern abgelehnt. Nedopil habe H. über drei bis vier Tage hinweg mehrere Stunden befragt, um sich ein Bild der Persönlichkeit H.s zu machen, so Rehberger.
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