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„Wandercent“: Wanderer werden um Spende gebeten

Im Sonnenuntergang auf die Traumschleife „Garten-Wellness-Runde“ in Losheim. Die TZS hofft da auf „Wandercent“-Spender. Foto: Gemeinde

Im Sonnenuntergang auf die Traumschleife „Garten-Wellness-Runde“ in Losheim. Die TZS hofft da auf „Wandercent“-Spender. Foto: Gemeinde

Das Wandern ist schon längst nicht mehr nur des Müllers Lust, sondern beseelt inzwischen Scharen von Menschen, die in der Natur Erholung suchen. Die Tourismus-Zentrale Saarland (TZS) hat nach Angaben ihrer Chefin Birgit Grauvogel diesen Trend schon früh erkannt und die inzwischen gut frequentierten Premium-Wanderwege lanciert. Doch deren Unterhalt kostet. „Darum haben wir uns Gedanken gemacht über alternative Finanzierungsmodelle zur Erhaltung der Wander-Infrastruktur“, sagte Grauvogel am Montag (21.03.2016). Herausgekommen ist bei diesem Denkprozess, der nach Angaben von TZS-Mitarbeiter Klaus Wallach in einem Losheimer Experten-Workshop 2015 intensiviert wurde, der „Wandercent“. „Wir wollen die Nutzer der Premiumwanderwege an der Unterhaltung der Wege beteiligen“, erklärte Wallach. Mit dieser Idee bewerbe man sich auch um den Deutschen Tourismuspreis 2016.

Der „Wandercent“, der kein Cent ist sondern eine Spende von zwei oder fünf Euro ist, kann ab sofort per SMS von der Wanderer entrichtet werden, die einen der 111 Traumschleifen-Premiumwanderwege entlang der Saar-Hunsrück-Steigs nutzen. Etwa 40 dieser Wege schlängeln sich durchs Saarland, der größere Teil von etwa 70 durch Rheinland-Pfalz. „Der Wanderer kann seine Charity-SMS mit dem Wort Traum und der Nummer des jeweiligen Wanderwegs an die Nummer 81190 senden,“ erklärte Wallach. Dann werden dem Spender automatisch zwei Euro von seinem Mobilfunkkonto oder seinem Prepaid-Handy abgebucht. Darauf hingewiesen werden die Wanderer durch Schilder am Wegesrand. Wer sogar so zufrieden ist mit dem Wegezustand, dass er fünf Euro spenden will, gibt nach „Traum“ noch eine „5“ ein und dann erst durch einen Punkt abgetrennt die Nummer der jeweiligen Traumschleife. Ein Erklär-Video mit 1950er Jahre-Grafik-Anmutung soll im Internet, in den sozialen Netzwerken und den kommunalen Internetseiten für Aufklärung für die Wohltätigkeits-Wanderer sorgen.

Was kostet die etwa 30 Saar-Kommunen mit Traumschleifen die Unterhaltung der Premiumwanderwege? „Da haben wir keine Zahlen, da die Kommunen die Kosten nicht ausweisen“, gestand TZS-Chefin Grauvogel ein. Die TZS gehe davon aus, dass die Spender in erster Linie den Service und die gute Wege-Qualität honorierten. „Die Kommunen stehen ja allgemein unter großem Druck“, fügte Grauvogel hinzu.

Die TZS hofft auf ähnliche Effekte wie in Wintersportgebieten, wo etwa Benutzer von gespurten Langlauf-Loipen auch ihr freiwilliges Scherflein spendeten. Die Ausschüttung der Einnahmen aus dem „Wandercent“ gehe an den Verein Projektbüro Saar-Hunsrück-Steig. Der werde das Geld an die Kommunen weiterreichen, sagte Wallach.

www.wandercent.de

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