A6 Metz/Saarbrücken Richtung Kaiserslautern AS Rohrbach Bauarbeiten, Ausfahrt gesperrt, Einfahrt gesperrt bis 16.10.2017 06:00 Uhr (18.09.2017, 06:59)

A6

Priorität: Dringend

19°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
19°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Warndtwald: Wanderer in Lebensgefahr

Karlsbrunn. Es passierte ganz plötzlich, beginnt Philipp Klapper, Leiter des Biomassezentrums Warndt, seinen Bericht. Um ihn herum stehen Hans Albert Letter, Leiter des Saarforst-Landesbetriebes, Joachim Stelzer, Leiter des Fachbereiches Waldbau, und Thomas Brill, Leiter des Saarforst-Reviers Warndt-Süd. Die vier haben sich gestern die Schäden angesehen, die das Unwetter vor einer Woche im Warndt-Wald angerichtet hatte. Der Forst gab eine Warnung heraus, nicht mehr den Premiumwanderweg Warndt-Wald-Weg zu betreten.

Zwischen drei und halb vier Uhr am vorigen Freitagnachmittag wurde es schlagartig dunkel, Hagelkörner fielen vom Himmel.

„Dann plötzlich setzte eine Windböe ein, so stark wie ein Tornado“, erzählt Klapper weiter. Etliche Bäume waren in angrenzende Gärten gefallen. Sehr stark betroffen war beispielsweise die Karlsbrunner Anwohner der Straße Im Forstland.

Stückeinwärts im Wald eine Schneise der Verwüstung. Buchen liegen mit der Wurzel aus dem Boden gerissen umher, dicke Äste versperren den Weg und Baumkronen hängen wie an einem seidenen Faden noch in luftiger Höhe. Eine Buche, zu der die vier Experten respektvollen Abstand halten, ist in der Mitte aufgesplittert, die Wurzel steckt noch fest im Boden. „Die steht unter einer enormen Spannung“, erklärt Joachim Stelzer. Unter dieser Buche hindurchzugehen, kann lebensgefährlich ein. Bricht das Holz weiter, könnte der ganze Stamm zur Seite schießen und alles mit sich reißen. Revierleiter Thomas Brill zieht Bilanz: Die tornadoartige Böe hat eine Schneise von der Grenze zu Frankreich bei Merlebach über St. Nikolaus bis nach Karlsbrunn gezogen. Schäden gibt es auch am Wildpark.

Brill spricht von einem „furchtbar großen“ wirtschaftlichen und ökologischen Schaden. „Die Bäume, die die Windhose umgeworfen und umgeknickt hat, hätten noch 20 bis 30 Jahre stehen bleiben können“. Es hat vor allem Buchen getroffen, etwa 1000 Festmeter, so Brill, also 1000 Kubikmeter kompaktes Holz. Dazu fielen noch 100 Festmeter Fichten. Viele gesunde Bäume mussten dran glauben.

Warum so viele Buchen? Philipp Klapper erklärt dies so: „Im Sommer stehen gesunde Buchen in vollem Laub. Die wirken im Wind wie Segel.“ Sie bieten sehr viel Widerstand, können nicht standhalten und knicken ab. Schon wenn stärkerer Wind einsetzt, sollten Wanderer sofort den Wald verlassen, sagt Saarforst-Betriebsleiter Hans-Albert Letter. Selbst kleine, herabfallende Äste können zu schweren Verletzungen führen. Thomas Brill hebt eine kleine Eichel vom Boden auf: „Wenn die aus dreißig Metern Höhe auf den Kopf fällt, schmerzt es schlimmer wie eine Kopfnuss.“

Und auch jetzt noch, eine Woche nach dem Sturm, ist es lebensgefährlich, den Warndt-Wald zu betreten, sagen die vier Experten. Einzelne instabile Baumkronen , könnten ohne Vorwarnung herabstürzen und den Wanderer unter sich begraben.

Sind Wege mit einem Absperrband versehen, sollte man sie auf jeden Fall meiden. Brill: „Gleich nach dem Tornado haben wir damit begonnen, die Hauptwege freizuräumen“. Ab nächster Woche stehen die Nebenwege auf dem Plan. In ein paar Tagen dürften die meisten Gefahrenstellen beseitigt sein.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein