A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis AS Saarlouis-Mitte Baustelle, Ausfahrt gesperrt bis 22.12.2017 16:00 Uhr (13.11.2017, 11:43)

A620

Priorität: Dringend

13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Warnstreik im öffentlichen Dienst – gestern Kundgebung in Saarbrücken

Die Gewerkschaften dbb und ver.di Saar rufen am Mittwoch (20.02.2013) zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst und einer Demonstration in der Saarbrücker Innenstadt auf. Gefordert wird unter anderem 6,5 % mehr Lohn für Angestellte im öffentlichen Dienst, die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro und die Erhöhung der Feuerwehrzulage um 25 Euro. Foto: Becker&Bredel

Die Gewerkschaften dbb und ver.di Saar rufen am Mittwoch (20.02.2013) zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst und einer Demonstration in der Saarbrücker Innenstadt auf. Gefordert wird unter anderem 6,5 % mehr Lohn für Angestellte im öffentlichen Dienst, die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro und die Erhöhung der Feuerwehrzulage um 25 Euro. Foto: Becker&Bredel



Von SZ-Redakteur Johannes Schleuning

Saarbrücken. „Das kann man nur unterstützen. Alles wird ja immer teurer“, sagt Jelb Boujemaa. Der 65-jährige Rentner aus Saarbrücken steht am Rande der Saarbrücker Bahnhofstraße und beobachtet eine Gruppe von Demonstranten, die mit Trillerpfeifen und Transparenten bestückt durch die Fußgängerzone zieht. Auf einem Plakat steht: „Faire Bezahlung!“ Die Forderung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst nach 6,5 Prozent mehr Lohn findet unter den Passanten in der Saarbrücker Innenstadt viel Zustimmung. „Natürlich ist das richtig. Mit Kaputtsparen kommt man nirgendwo weiter“, sagt eine Mitvierzigerin.

Zwei 20-jährige Auszubildende an der Uniklinik in Homburg, die sich zum Kaffeeholen kurz von dem Demonstrationszug abgesetzt haben, sagen: „Krankenschwestern müssen für viel zu wenig Geld schaffen.“ Ein Polizist, der mitmarschiert, meint: „Demokratie kostet Geld. Unsere Arbeit muss doch was wert sein.“ Nach offiziellen Polizeiangaben sind es rund 1500 Demonstranten, die sich schließlich auf dem Tbilisser Platz zu einer Kundgebung einfinden. Auch Verdi-Landesleiter Alfred Staudt spricht von 1500 Teilnehmern. Doch viele Beobachter und selbst einige Teilnehmer gehen eher von rund 500 Menschen aus. Wie viele es auch sein mögen – sie haben jedenfalls eines gemein: Sie finden, es reicht!

Auf einer kleinen Bühne gegenüber des Finanzministeriums, in dessen Fenstern sich nicht ein einziges Gesicht zeigt, ruft Verdi-Bundeschef Frank Bsirske: „Die erwarten gute Arbeit und gute Leute. Dann sollen sie aber auch gutes Geld zahlen!“ Gemeint sind die Länder als Arbeitgeber, die bei den Tarifverhandlungen in Potsdam bislang kein Angebot vorgelegt haben. Natürlich, räumt Bsirske ein, setze die Schuldenbremse die Länder unter Druck. „Aber das darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.“ Vielmehr müsse die bisherige „Steuerpolitik, die Reiche begünstigt“, überdacht werden. Wenn bei der dritten und letzten Verhandlungsrunde am 7./8. März „kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber vorliegt, dann legen wir nach“, ruft Bsirske unter dem Jubel der Warnstreikenden.

 Auch Siegfried Damm von der Bundestarifkommission des Deutschen Beamtenbundes (dbb) fordert auf der kleinen Bühne ein Ende der Blockadehaltung der Länder. „Unsere Forderungen sind nicht nur fair, sondern auch überfällig und bezahlbar“, sagt er. Und: „Von leeren Worten werden wir nicht satt.“ Der Tarifabschluss müsse auf die Beamten übertragen werden.

Unter die Demonstranten haben sich auch Landtagsabgeordnete gemischt. Linkspartei-Politiker sowie unter anderem Günter Waluga und Elke Eder-Hippler von der SPD. Die Anwesenheit der Sozialdemokraten, die mit der CDU die Landesregierung und damit die Arbeitgeberseite stellen, stößt bei den Demonstranten nicht nur auf Zustimmung. Darauf angesprochen, sagt dbb-Landeschef Ewald Linn der SZ: „Ich begrüße ihr Kommen, erwarte aber auch, dass die SPD im Landtag entsprechend Flagge zeigt.“
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein