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Warum Fotos von Speisen und Lebensmitteln in sozialen Netzwerken so beliebt sind

Das Mittagessen als Fotomotiv: Immer mehr Menschen fotografieren ihre Mahlzeiten und stellen die Bilder ins Internet.

Das Mittagessen als Fotomotiv: Immer mehr Menschen fotografieren ihre Mahlzeiten und stellen die Bilder ins Internet.

„Sag mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist“ – das schrieb der französische Schriftsteller Jean Anthelme Brillat-Savarin bereits im Jahr 1825. Und doch trifft das 188 Jahre alte Zitat den Nerv der heutigen Zeit: Denn Nutzer sozialer Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter zeigen nur zu gerne Bilder von ihren Mahlzeiten. Essensfotos haben sich zu einem der großen Trends im Internet entwickelt. Das belegen auch die Hashtags, also die Suchbegriffe bei Twitter und Co.: Wer im Foto-Netzwerk Instagram nach „food“ sucht, den erwarten mehr als 70 Millionen Einträge.

Doch weshalb dokumentieren Nutzer, was täglich auf ihren Tellern landet? Die US-amerikanische Online-Agentur 360i hat Daten des Fotonetzwerks Flickr analysiert. Demnach gibt es bei einem Viertel aller Essensfotos keinen besonderen Anlass, der Nutzer bildet einfach ab, was er gegessen hat. 22 Prozent der Fotos hingegen zeigen eine besondere Kreation und könnten somit in die Kategorie „Angeben“ fallen. Mit 16 Prozent sind auch Geburtstage oder Feste beliebte Anlässe, Kulinarisches im Internet zu veröffentlichen. Gründe wie Familientreffen, Restaurantkritiken oder Backanleitungen belegen die weiteren Ränge. Am häufigsten sind laut 360i auf den fotografierten Tellern Süßigkeiten und Desserts, Gemüse oder Geflügel zu sehen.

Wie die Hannoveraner Soziologieprofessorin Eva Barlösius erklärt, seien die Essensfotos ein Mittel der Selbstinszenierung. Indem der Nutzer öffentlich zeigt, dass er gutes Essen zu würdigen weiß, verdeutliche er unterschwellig seine kulturelle Bildung.

Inzwischen gibt es sogar eine Art eigenes soziales Netzwerk für die Essensfotos: Auf der Internetseite foodspotting.com laden Nutzer Bilder aus Restaurants hoch und geben die jeweilige Adresse ein. Wer nach einem Lokal sucht, kann sich auf Foodspotting inspirieren lassen.

Doch das eifrige Knipsen kann einem auch den Appetit verderben, berichten US-amerikanische Forscher im Fachblatt „Journal of Consumer Psychology“. Demnach führte das Anschauen von Speisen zu einer Art Übersättigungseffekt. In einem Experiment ließen die Wissenschaftler eine Gruppe von Testpersonen Bilder von salzigen Lebensmitteln anschauen. Die zweite Gruppe schaute sich Fotos von Kuchen an. Danach bekamen die Teilnehmer salzige Erdnüsse zu essen – und die schmeckten der ersten Gruppe deutlich weniger als der zweiten.

Und auch das Fotografieren an sich stößt nicht überall auf Begeisterung: Im vergangenen Jahr sorgte ein Berliner Gastronom für Aufsehen, weil er die Essens-Knipserei satt hatte. Er hängte in seinem Restaurant Zettel auf, die die Gäste baten, das Essen nicht zu „instagrammen“.

Zu diesem Thema hat die Internet-Redaktion eine Foto-Aktion auf der SZ-Facebook-Seite gestartet. Wer mitmachen will, kann seine Essensfotos auf die Pinwand hochladen. Sie ist unter zu erreichen.
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