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Warum das Saarland sein Jubiläum nur sehr bescheiden feiert

A. Kramp- Karrenbauer</p>

A. Kramp- Karrenbauer

Zum 50. Jahrestag der Saar-Abstimmung am 23. Oktober 2005 reiste der Bundespräsident ins Saarland. Als am 1. Januar 2007 das Jubiläum 50 Jahre Beitritt zur Bundesrepublik zu feiern war, kam die Kanzlerin nach Saarbrücken . Zum 60. Jahrestag des Referendums am 23. Oktober 2015 war Angela Merkel wieder da. Wenn am 1. Januar 2017 der 60. Jahrestag des Beitritts zur Bundesrepublik begangen wird, kommt: niemand. Stattdessen gibt es an diesem Tag von 13 bis 17 Uhr Sonderbriefmarken mit Landesmotiven in der Staatskanzlei zu kaufen, inklusive Sonderstempel (die SZ berichtete).

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ( CDU ) sprach gestern von einem „relativ kleinen, bescheidenen Rahmen“ für das Jubiläum. Zum einen habe es ja schon 2015, bei 60 Jahren Saar-Abstimmung, einen Festakt gegeben. Zweitens seien 60 Jahre, anders als 50 Jahre, „jetzt nicht das ganz klassische Jubiläum“. Und drittens sei 2017 ja ein Wahljahr, und sie wolle das Jubiläum „nicht in den Verdacht stellen, dass es benutzt werden soll für eine besondere Wahlwerbung“.

Statt einer großen Feier gibt es zwei Bürgerfahrten. Die erste startet schon morgen. Für rund 40 Saarländer, die sich dafür beworben hatten, geht es für zwei Tage mit dem Bus nach Bonn. Genau 60 Jahre zuvor, am 27. Oktober 1956, hatten Deutschland und Frankreich den „Saarvertrag“ geschlossen, der Grundlage für den Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik war. Der Bus startet an der Congresshalle (die die Bundesregierung anlässlich des Beitritts gestiftet hatte) und führt über Schengen nach Bonn, wo die Saarländer im „Haus der Geschichte“ das normalerweise nicht zugängliche Original des damaligen Staatsvertrags zur zu sehen bekommen.

Die zweite Bürgerfahrt geht am 20. Januar 2017 nach Paris, zwei Tage vor dem Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages zwischen Deutschland und Frankreich, der die Grundlage der Aussöhnung und Freundschaft beider Staaten ist. Für die rund 40 Plätze können sich Saarländer ab Mitte November bewerben (www.60jahre.saarland). In Paris bekommen die Saarländer die Originalurkunde des Saarstatus zu sehen, die im Archiv des französischen Außenministeriums verwahrt wird.

Kramp-Karrenbauer wandte sich gegen Spekulationen, dass es dem Saarland – hätte es 1955 für das Saarstatut und damit für einen eigenständigen Saarstaat gestimmt – heute besser gehen würde. Niemand könne heute sagen, was wirklich an europäischen Institutionen ins Land gekommen wäre – ein noch heute zu hörendes Argument der Saarstatuts-Befürworter – und ob dies auf Dauer eine tragfähige wirtschaftliche Grundlage für das Saarland geworden wäre.

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