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Warum ist die Saarmesse am Ende?

Erinnerung an 2010: So sah es aus, wenn bei einer Messe am Schanzenberg Hochbetrieb herrschte. SZ-Archivfoto: Becker&Bredel

Erinnerung an 2010: So sah es aus, wenn bei einer Messe am Schanzenberg Hochbetrieb herrschte. SZ-Archivfoto: Becker&Bredel

„Nicht etwa besondere Umstände oder eine konjunkturelle Krise haben das Ende der Saarmesse bewirkt – nein, einzig und allein persönliche Animositäten sowie das übersteigerte Geltungs- und Herrschaftsbedürfnis von Oberbürgermeisterin Charlotte Britz haben die Saarmesse GmbH ins Aus geführt“, glaubt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Saarbrücker Stadtrat, Peter Strobel : „Es gab seinerzeit keinen einzigen nachvollziehbaren Grund für die Landeshauptstadt, die Saarmesse GmbH ohne durchdachtes Konzept zu erwerben.“

Für sieben Millionen Euro habe sich die Stadt damit auch noch „ein von Anfang an zu erwartendes jährliches Defizit“ von fast einer Million Euro eingekauft. Dafür trage Charlotte Britz die Verantwortung, gemeinsam mit den Stadtratsfraktionen von SPD , Linken und Bündnisgrünen. Strobel: „Fünf Jahre hatte die Stadtverwaltung Zeit, ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten, fünf Jahre ist rein gar nichts passiert.“ Jetzt eine Verlustabdeckung durch das Land auch nur ins Gespräch zu bringen, sei „grotesk“, belege aber „den mangelnden Sachverstand und die Verzweiflung“, die in der Führungsetage des Rathauses herrschen müssten.

Ähnlich sieht es die FDP-Fraktion im Stadtrat. Sie behauptet: „Britz und Rot-Rot-Grün haben Millionen an Steuergeldern in den Sand gesetzt.“ Bereits seit vielen Jahren seien die defizitäre Entwicklung und die stetig sinkenden Besucherzahlen der Messe der Stadtverwaltung und der rot-rot-grünen Ratsmehrheit bekannt gewesen. Trotzdem hätten „ SPD , Grüne, Linke und allen voran Oberbürgermeisterin Britz ohne jegliches Zukunftskonzept“ die Saarmesse für sieben Millionen Euro gekauft. Seit Jahren habe die FDP im Stadtrat dafür plädiert, dass ein „schlüssiges und vor allem zukunftsfähiges Konzept“ für die Saarmesse vorgelegt werden solle. Denn die FDP meint: „Durch ein geändertes Verbraucherverhalten und den immer stärker werdenden Einzug des Internets stehen Verbrauchermessen vielerorts vor dem Aus.“ Das hätte die Stadt berücksichtigen müssen. Stattdessen hätten es SPD , Linke und Grüne vorgezogen, weitere Steuermillionen „in den Sand zu setzen, nur um wieder einmal eigene Prestigeprojekte durchzuboxen“.

Der FDP-Verordnete Tobias Raab erklärt: „Dass Charlotte Britz nun in der Öffentlichkeit die Situation so darstellt, als wolle sie keine weiteren finanziellen Risiken eingehen, ist angesichts ihrer bisherigen Haltung zur Saarmesse einfach nur absurd.“ Die Chefin der Linken-Fraktion im Stadtrat, Claudia Kohde-Kilsch , erklärt: „Die Landeshauptstadt hat 2012 den Messestandort am Schanzenberg nach entsprechenden Vorgesprächen mit der Landesregierung erworben. Dabei wurde ein gemeinsames Interesse von Land und Stadt bekundet und ein gemeinsames Vorgehen vereinbart – beispielsweise durch die Verabredung einer stärkeren Kooperation zwischen Messe und Congressgesellschaft.“ Dass die Landesregierung nun „nach vier Jahren Bewegungslosigkeit in der Sache“ erklärt habe, es gehe ihr zu schnell und sie wolle nichts übers Knie abbrechen, ist für Kohde-Kilsch „völlig unverständlich“.

Die Linksfraktion stehe hinter der Haltung von Oberbürgermeisterin Britz, die erneut ein stärkeres Engagement des Landes einfordere, um den Messestandort Saarbrücken wieder attraktiver zu machen. Kohde-Kilsch: „Die Landesregierung ist aufgefordert, eine klare und deutliche Position zum Messestandort Saarbrücken zu formulieren. Es ist keine Art, uns mit dem ‚gemeinsamen Kind Messe' sitzen zu lassen.“ Stadt und Land müssten gemeinsam eine Lösung finden, um den Messestandort Saarbrücken zu erhalten und zukunftssicher machen. Kohde-Kilsch meint, ein attraktives Messe- und Kongressgeschäft in Saarbrücken sei im Interesse aller. Dafür müssten Saarmesse und die Kongressgesellschaft zusammengelegt werden und eine kompetente Geschäftsführung bekommen: „Hier muss sich auch das Land klar bekennen und darf sich nicht weiter aus der Verantwortung stehlen. Die Hängepartie muss endlich ein Ende haben. Wir brauchen außerdem endlich klare Zuständigkeiten.“
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