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Warum kaum einer Bademeister werden will

Bademeister Rainer Zenner misst im Fechinger Freibad täglich den ph-Wert des Wassers.

Bademeister Rainer Zenner misst im Fechinger Freibad täglich den ph-Wert des Wassers.

Bademeister gehören zu jedem Schwimmbad dazu. Sie passen auf, dass nichts passiert, geben Schwimmunterricht, überprüfen aber auch die Wasserqualität und halten die Technik am Laufen. Der umgangssprachliche Begriff des Bademeisters meint sowohl den Schwimmmeister als auch den Fachangestellten für Bäderbetriebe. An denen mangelt es im Saarland. Es sind 21 Stellen unbesetzt, und es findet sich kaum noch Nachwuchs. Steht der Regionalverband besser da als der Landesschnitt?

 

Die Saarbrücker Stadtwerke sind der größte Bäderbetreiber. In fünf Hallen- und Freibädern beschäftigen sie insgesamt 15 Fachkräfte, davon acht Meister und sieben Fachangestellte, die sie unterstützen. „Im Schnitt sind unsere Mitarbeiter zwischen 35 und 45 Jahren alt. Nachwuchssorgen plagen uns also im Moment nicht“, sagt Gabriele Scharenberg-Fischer, Geschäftsführerin der Saarbrücker Bäderbetriebsgesellschaft. Normalerweise stellt sie pro Jahr zwei bis drei Auszubildende ein. „Das sind sowohl Leute, die direkt von der Schule kommen, als auch Quereinsteiger über 40“. In den letzten beiden Jahren sei jedoch keine Ausbildungsstelle ausgeschrieben worden. „Wir hatten keinen Bedarf“, meint die Geschäftsführerin. Anders ist es in Völklingen. Das Personal sei zwar für Hallen- und Freibad ausreichend, sagt Stadtsprecher Uwe Grieger. Nur bei Hochbetrieb an Sommertagen helfen Mitarbeiter der DLRG und privater Dienstleister aus. Problematisch sei jedoch, dass sich kaum noch Auszubildende fänden: „In den letzten beiden Jahren konnten wir unsere Azubi-Stellen nicht besetzen, weil wir keine geeigneten Bewerber gefunden haben.“ Das wirke sich noch nicht auf den Betrieb aus. „Unsere Bademeister sind im Schnitt um die fünfzig Jahre alt und damit noch etwas vom Rentenalter entfernt“, meint Grieger. Die Gemeinde Riegelsberg hingegen ist schon bald auf Nachwuchs angewiesen, um die Öffnungszeiten des Bades nicht einschränken zu müssen. In zwei Jahren wird altersbedingt eine Stelle frei. In Friedrichsthal geht nächstes Jahr einer von zwei Bademeistern in Rente. Die Aussichten auf Bewerbungen, so Bürgermeister Rolf Schultheis , sehe er nicht optimistisch. Für den Nachwuchsmangel macht er zwei Gründe verantwortlich: die vergleichsweise schlechte Bezahlung für anspruchsvolle Tätigkeiten und die Verunsicherung. „Wir diskutieren seit Jahren landesweit über Bäderschließungen. Es ist einfach nicht attraktiv, irgendwo eine Ausbildung zu machen, wenn man nicht weiß, ob es die Stelle in zwei oder drei Jahren noch gibt“, sagt Schultheis.

 

Gabriele Scharenberg-Fischer sieht das anders: „Natürlich werden Bäder geschlossen, aber es werden auch weiterhin Bäder gebaut.“ Die Aufgaben einer Fachkraft für Bäderbetriebe seien sehr abwechslungsreich. „Ich halte den Beruf nach wie vor für attraktiv“, sagt sie. Bei den ausgebildeten Bademeistern gab es 2016 in Saarbrücken eine Neueinstellung. Auch Kleinblittersdorf hat sein dreiköpfiges Schwimmbad-Team im Juni mit einem Bewerber aus der Gemeinde vervollständigt. Azubi-Stellen haben die Saarbrücker für 2017 wieder ausgeschrieben. Scharenberg-Fischer: „Dann wird sich zeigen, ob auch wir Probleme bekommen.“
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