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Was Johann Lafer an der Saar-Küche schätzt

Spitzenkoch Johann Lafer

Spitzenkoch Johann Lafer

Sie gelten als Vorreiter des Kochshow-Booms im deutschen Fernsehen . Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Anfänge?

Lafer: In den Anfangsjahren waren wir TV-Köche alle sehr darum bemüht, den Zuschauern gutes Essen und Trinken näherzubringen. Die Zubereitungsweise stand absolut im Mittelpunkt und war mit Sicherheit hin und wieder etwas trocken. Heute ist der Entertainment-Faktor mehr in den Fokus gerückt. Die Shows sind immer noch informativ, wobei der Unterhaltungsfaktor gestiegen ist.

Woran, glauben Sie, liegt es, dass Koch-Shows im Gegensatz zu vielen anderen schnelllebigen Formaten ein Dauerbrenner sind?

Lafer: Das ist ganz einfach: Jeder Mensch muss essen und trinken, warum dann nicht gleich gut? Dieses Thema betrifft einfach jeden. Außerdem ging den derzeitigen Generationen viel Wissen verloren. Das gilt es aufzuholen.

Über das Ende der TV-Reihe „Lafer! Lichter! Lecker!“ wurde viel spekuliert. Laut Horst Lichter sind Sie ja „versöhnlich“ auseinandergegangen…

Lafer: Das Format „Lafer! Lichter! Lecker“ ist jetzt über zehn Jahre alt und wir haben uns alle einvernehmlich darauf geeinigt aufzuhören, wenn es am schönsten ist. Wir hatten das Glück, schon unendlich viele prominente Hobbyköche in unserer TV-Kochschule begrüßen zu dürfen, und haben gemeinsam viel gelacht, gekocht und gegessen. Es war eine unvergessliche Zeit!

In welchen Kochshows kann man Sie in den nächsten Monaten im Fernsehen erleben?

Lafer: Ich werde weiterhin regelmäßig die Sendung „Küchenschlacht“ moderieren. Gerade haben wir eine Spezialwoche mit prominenten Teilnehmern aufgezeichnet.

Welche Gerichte eignen sich nicht für das TV?

Lafer: Alle Gerichte, die mehrere Stunden im Ofen gegart werden müssen, sind natürlich schwer, im Rahmen einer TV-Sendung umzusetzen. Bei der Sendung „Kerners Köche“ war zum Beispiel ein Kriterium, dass die Gerichte immer in Echtzeit zubereitet werden. Für die Vorspeise hatte man damals nur 15 Minuten, für das Dessert etwa 55 Minuten.

Welche Kochtrends sind eher nichts für Sie?

Lafer: Grundsätzlich bin ich immer offen für Neues. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Küche in den letzten Jahren weiterentwickelt hat. Gerade im Bereich vegane und vegetarische Küche gibt es wirklich interessante Entwicklungen. Ich persönlich liebe es zu experimentieren, aber nie zu Lasten des Produkts. Nachhaltig produzierte, frische Lebensmittel, die saisonal eingesetzt werden. Mit Erdbeeren im Dezember werde ich mich nie anfreunden können.

Was halten Sie von der saarländischen Küche?

Lafer: Ich finde viele Gerichte sind schon ein wenig französisch angehaucht. Die Saarländer essen gerne und gut! An Traditionsgerichten fallen mir zum Beispiel „Hoorige Knepp“ oder „Dippelapper“ ein. (Anm. d. Red.: Lafer ist Österreicher.)

Könnten Sie sich vorstellen, wie viele Ihrer Kollegen, auf Deutschland-Tour zu gehen?

Lafer: Eine Bühnenshow habe ich immer mal wieder ins Auge gefasst, allerding ließ sich dies bisher nicht mit meinem sehr eng gesteckten Terminkalender vereinbaren, da man dann meistens mehrere Wochen am Stück unterwegs ist.

Arbeiten Sie an einem neuen Kochbuch? Welche weiteren Projekte stehen in nächster Zeit an?

Lafer: In der nächsten Zeit werde ich mich verstärkt kleinen Videoproduktionen widmen. Meines Erachtens gewinnt die Präsenz im Internet immer mehr an Bedeutung. Ein weiteres konkretes Kochbuch-Projekt gibt es noch nicht, aber Ideen habe ich natürlich schon noch einige.

Sie haben gerade wieder an Bord der „Mein Schiff“-Kreuzfahrt-Flotte gearbeitet. Was ist für Sie das Besondere daran?

Lafer: Zunächst muss man bereits mehrere Monate vorher genau planen, welche Zutaten man alle benötigt – auf Grund der Tatsache, dass man auf See unterwegs ist und die benötigten Mengen nicht immer in den jeweiligen Ländern einkaufen kann. Darüber hinaus ist es für mich natürlich sehr interessant, mit einer Crew zu arbeiten, die aus ganz vielen unterschiedlichen Nationen besteht.

Gehen Sie auch privat gerne auf Kreuzfahrt?

Lafer: Für mich persönlich ist eine Kreuzfahrt an sich schon absolute Erholung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich auf hoher See sehr gut abschalten kann. Außerdem liebe ich es, im Rahmen der Tagesausflüge viele neue Länder und Sitten kennenzulernen. Das Wohlfühl-Konzept von „Tui Cruises“ geht meines Erachtens in die richtige Richtung.

Neben dem Kochen gehört das Hubschrauberfliegen zu Ihren großen Leidenschaften. Was fasziniert Sie daran?

Lafer: Die Leichtigkeit! Mir gefällt es, die Welt aus der Vogelperspektive zu erleben und so einen anderen Blick auf die Dinge zu erlangen. Wenn ich selbst fliege, dann herrscht höchste Konzentration und es darf keine Ablenkungen geben. Dies genieße ich sehr!

Was kommt bei Ihnen zu Hause an Weihnachten auf den Tisch?

Lafer: Am Heiligabend koche ich – ausnahmsweise – für meine Familie. Im Alltag übernimmt dies nämlich meistens meine Frau. Grundsätzlich gibt es bei uns nicht das eine typische Weihnachtsmenü. Aber meistens bereite ich als Hauptgang eine Ente mit verschiedenen Beilagen zu. Die für einige Regionen an Heiligabend typischen Bockwürstchen mit Kartoffelsalat sind für mich keine Alternative zum Festessen.

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