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Was Saarländer über Trauerfeier für Neonazi-Opfer denken

Saarbrücken. Mesut Altun (21), Kommissarsanwärter mit türkischen Wurzeln aus Saarbrücken, spricht mit Blick auf die Gedenkfeier in Berlin von einem „guten Signal“ an die Bevölkerung: „Es ist wichtig, dass deutlich gemacht wird, dass hinter den Taten nur eine kleine Gruppe von radikalen Menschen steckt, dass Deutschland insgesamt die Geschehnisse aber scharf verurteilt.“ Der gestrige Tag könne den Angehörigen der Opfer helfen, dass sie sich „wieder sicherer fühlen und wieder Vertrauen gewinnen in den Rechtsstaat“. Ähnlich sieht es Mehmet, Besitzer eines Kebab-Ladens in der Landeshauptstadt. Zwar findet er es gut, dass sich die Kanzlerin entschuldigt hat, zugleich gibt er aber zu bedenken: „Das bedeutet leider nicht, dass so etwas nicht nochmal passieren kann.“ Angst empfindet Mehmet, der seit elf Jahren im Saarland lebt, nicht: „Ich hatte noch nie Probleme mit Rechtsradikalen.“

Auch der Saarbrücker Berufsschullehrer Cemil Kirbayir, der im Alter von sieben Jahren nach Deutschland kam, hält es für „sehr wichtig, dass die Spitze der Politik ein klares Signal in die Gesellschaft sendet, dass Deutschland diese Gewalt nicht hinnehmen und vehement gegen rechten Terror kämpfen wird“. Der 29-Jährige hofft, dass sich die gestrige Gedenkfeier nicht als „Alibi-Veranstaltung entpuppt und den Worten auch Taten folgen. Aufklärung, Bildung und Unterstützung von Programmen gegen Rechts sind unabdingbar“, sagt Kirbayir.

Eine türkischstämmige Mutter aus Völklingen hat sich die Gedenkveranstaltungen zwar nicht im Fernsehen angeschaut. Dass es sie überhaupt gab, findet sie „ganz gut“. Wichtiger sei jedoch die Aufklärung der Mordserie: „Die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Vielleicht laufen die Hintermänner noch frei herum.“ Nurettin Karakas, ein Unternehmer aus Saarlouis, versteht nicht, dass die „unerträgliche Mordserie“ erst so spät aufgedeckt wurde: „Das Schlimmste ist, dass die Angehörigen so lange beschuldigt wurden.“ Zu der Trauerfeier sagt er: „Handeln ist wichtiger als Sonntagsreden. Ex?tremismus muss in Deutschland jeden Tag bekämpft werden.“ tho
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