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Was denn nun? Widersprüche über die Qualität saarländischer Flüsse

Laut Gewässergüte-Karte ist die Nied als

Laut Gewässergüte-Karte ist die Nied als "mäßig belastet" eingestuft, eine Stufe besser als die Saar beim Staden.

Über die Möglichkeit, in den Flüssen zu baden, streitet sich die Politik. So empfahl Ex-Umweltminister Mörsdorf noch 2009 das Schwimmen in der Saar. Derzeit sorgt das Badeverbot an der Nied für Wallung.

Saarbrücken. Die Qualität der saarländischen Oberflächengewässer scheint ein schwieriges Kapitel zu sein. Denn die Nachrichten darüber, in welchen Flüssen und Seen man unbedenklich ein Bad nehmen kann und wo nicht, sind sehr widersprüchlich. So sagte vor Jahresfrist der damalige Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU), dass die Saar beim Saarbrücker Staden zum Baden geeignet sei. Dies lasse sich mit der Karte zur Gewässergüte belegen, hieß es.

Gesundheitsminister warnt

Demgegenüber warnte diese Woche Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP), wie ausführlich berichtet, vor einem Bad in der Nied. Ein Fluss, der als europäisches Badegewässer ausgewiesen ist, und dessen Belastung mit Schadstoffen erheblich geringer ist als die der Saar am Staden.

Dies wird auch durch einen Blick in die Gewässergüte-Karte bestätigt, die die Saar in Saarbrücken als „kritisch belastet“, die Nied hingegen als „mäßig belastet“ einstuft, immerhin eine Kategorie besser. Ferner hat Weisweiler mit einer Erläuterung für erhebliche Verwirrung gesorgt, als er sagte: „Alle Bemühungen, auf die französische Seite einzuwirken, weniger Einleitungen in die Nied zuzulassen, sind gescheitert.“

Demgegenüber wurde gestern auf Anfrage im Umweltministerium bestätigt, dass in den vergangenen Jahren im Einzugsgebiet der Nied durchaus Kläranlagen gebaut worden und dass die Schlachthöfe im Raum Bouzonville inzwischen alle an Klärwerke angeschlossen seien. Insofern sei auch bei der organischen Belastung ein Rückgang eingetreten.

Darüber hinaus ist in der Nied auch die Verunreinigung mit Chemikalien auf dem Rückzug. Während vor wenigen Jahren noch der Grenzwert für das Pflanzengift Isoproturon überschritten worden sei, habe man die Warnung vor dieser Chemikalie in der Nied inzwischen aufgehoben.

Bei Regen steigt die Belastung mit Bakterien

Dennoch mache die Belastung mit Keimen und Darmbakterien der Nied im Sommer bei starken Niederschlägen immer wieder zu schaffen, was vor allem auf die Landwirtschaft zurückzuführen sei, heißt es im Umweltministerium. Hier wird aber zugleich darauf hingewiesen, dass alle Oberflächengewässer außer Losheimer Stausee und Bostalsee mit weiteren Chemikalien zu kämpfen haben wie etwa die Mosel mit PCB, weshalb etwa auf französischer Seite der Fischverzehr verboten wurde.

Auch sind in Saar, Blies, Nied und Prims die Umweltqualitätsnormen für aromatische Kohlenwasserstoffe (etwa Öle oder Treibstoff) überschritten, die von Straßen und Parkplätzen sowie Gewerbeflächen in die Flüsse gespült werden.
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