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Was geschah mit Tanja Gräff? Ex-Ermittler wirft Polizei Versäumnisse vor

Von der Studentin Tanja Gräff fehlt seit Juni 2007 jede Spur. Foto: suche-tanja.fh-trier

Von der Studentin Tanja Gräff fehlt seit Juni 2007 jede Spur. Foto: suche-tanja.fh-trier

Könnte der mysteriöse Vermisstenfall Tanja Gräff längst geklärt sein, wenn die Ermittler allen Spuren und Indizien nur akribisch genug nachgegangen wären? Diesen Eindruck vermittelt ausgerechnet ein ehemaliges Mitglied der nach dem spurlosen Verschwinden der 21-jährigen Studentin eingerichteten Sonderkommission der Polizei . Der seit drei Jahren pensionierte Kriminalbeamte Günter Deschunty spricht in einem Leserbrief an den „Trierischen Volksfreund“ von Versäumnissen und unzureichenden Ermittlungen, die zudem von Verantwortlichen verzögert und blockiert worden seien. Ähnliche Vorwürfe hatte auch schon Tanjas Mutter Waltraud Gräff erhoben (die SZ berichtete).

Bei Staatsanwaltschaft und Polizei stößt die massive Kritik auf wenig Verständnis. Triers Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen spricht von haltlosen Vorwürfen, Polizeisprecher Uwe Konz bezeichnet sie als anmaßend und abwegig. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, der ehemalige Kripobeamte erzähle hochgradigen Schwachsinn, man habe Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit.

Ein Kritikpunkt des Ex-Soko-Mitglieds: Die sogenannte Spitzbart-Spur sei nie richtig verfolgt worden. Dabei könnte sie womöglich zu einem bis dato nicht identifizierten Mann führen, der in der Nacht des Verschwindens von Gräff auf dem Sommerfest der FH Trier zuletzt bei der Studentin gesehen worden sei. Die Ermittlungen zur Spitzbart-Spur seien eingehend geführt worden, ohne dass sich hieraus ein konkreter Tatverdacht oder weitere Ermittlungsansätze ergeben hätten, kontert Triers Chefermittler Fritzen. Auch die Generalstaatsanwaltschaft habe nach einer Beschwerde des Gräff-Anwalts keinen Anlass gefunden, weitere Ermittlungen anzuordnen.

Die Kritiker geben sich mit solchen Aussagen nicht zufrieden. Die Ermittlungen müssten weitergeführt werden, fordert auch das ehemalige Mitglied der Sonderkommission. Der pensionierte Kripobeamte ist nach seinen Äußerungen jetzt allerdings selbst ins Visier der Kollegen geraten. Man prüfe, ob Deschunty gegen dienstrechtliche Pflichten verstoßen habe, sagt Polizeisprecher Uwe Konz .

 

Zum Thema:

Von der damals 21-jährige Studentin Tanja Gräff aus Korlingen bei Trier fehlt seit Juni 2007 jede Spur. Zuletzt wurde sie auf einem Fest von Mitstudenten gesehen. Die Polizei geht davon aus, dass Gräff Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. 2009 wurde die Ermittlungskommission, die sich mit dem Fall befasste aufgelöst. fre
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