A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Schwalbach/Schwarzenholz und AS Schwalbach Dauerbaustelle, Arbeiten am Mittelstreifen, linker Fahrstreifen gesperrt bis 28.10.2017 16:00 Uhr Zweiter Fahrstreifen auf Standspur eingerichtet. (26.05.2017, 13:53)

A8

Priorität: Normal

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Was geschieht mit dem Freisener Baby?

Jetzt warten womöglich zehn Jahre Knast auf sie...

Mit so vielen Jahren hinter Gitter müssen Eltern laut Gesetz rechnen, die ihre Kinder einfach so aussetzen und damit gleichzeitig deren Leben aufs Spiel setzen. Bei wem es sich um die Mutter aus dem Nordsaarland handelt, darüber hält sich die Polizei noch bedeckt. Horst Schäfer (50) von der Landespolizeidirektion: "Sicherlich ist zu sagen, dass sie aus sozial schwachen Verhältnissen stammt.“

Sie selbst gestand der Polizei inzwischen, dass sie in der Nacht auf Freitag alleine in ihrer Wohnung das Mädchen zur Welt gebracht hatte. Wenige Stunden später setzte sie es dann vor dem Haus Nummer 37 in der Freisener Burgstraße aus, wo es am Freitagabend von einem Spaziergänger (44) gefunden wurde. Ihr Motiv: Sie sah sich mit der neuen Aufgabe überfordert.

Dem Kind geht es den Umständen entsprechend gut. Es wird zur Zeit in einem Krankenhaus umsorgt. Was mit dem Mädchen jetzt aber passiert, steht noch in den Sternen. Schäfer: "Ermittlungen müssen jetzt durchgeführt und Zeugen befragt werden.“ Auch die Mutter wird nach Motiven befragt. Dann geht die Sache zur Staatsanwaltschaft. Schäfer: "Das kann aber noch einige Wochen dauern.“

Um das Wohl des Babys kümmert sich derzeit das Jugendamt. Es muss die Frage klären, wie es mit der Kleinen weitergehen soll. Beispielsweise könnte es laut Schäfer in eine Betreuungsfamilie kommen. Es kann auch sein, dass das ausgesetzte Kind zu seiner Mutter zurück kommt. Schäfer: "Dazu muss geprüft werden, ob die Frau in der Lage ist, das Kind selbst wieder zu betreuen, und zwar in finanzieller und in geistiger Reife.“ Ob die Mutter dies möchte, dazu macht die Polizei derzeit keine Angaben.
avm

Hintergrund



In den letzten Jahren haben sich im Saarland schon mehrere Male Mütter von ihren Neugeborenen getrennt. Jedes Mal aber brachten sie ihre Kleinen zum Babyfenster Moses am St.-Josef-Krankenhaus in Neunkirchen.

Es handelt sich dabei um die einzige Babyklappe im Saarland. Hier können Frauen ihr Baby anonym und straffrei abgegeben, die sich wegen einer Notsituation nicht in der Lage sehen, es aufzuziehen. Die Klappe wurde eingerichtet, um Fälle wie in Freisen zu verhindern. Hinter der Klappe befindet sich eine Babywiege, in der das Kind sich wohlfühlt, bis die Betreiber der Klappe regelmäßig zur Kontrolle kommen. In Neunkirchen handelt es sich um den Sozialdienst Katholischer Frauen. Damit es aber nicht so weit kommen muss, wird jungen Müttern auch ganz unverbindlich mit Beratungen und Tipps geholfen: Tel. 0681/9362590.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein