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Was kommt nach der Kohle?

Wenn der Steinkohle-Bergbau im Saarland zu Ende geht, müssen rund Hunderte Hektar neu genutzt werden.

Wenn der Steinkohle-Bergbau im Saarland zu Ende geht, müssen rund Hunderte Hektar neu genutzt werden.

Saarbrücken. Das Ende des Steinkohlen-Bergbaus im Saarland ist nicht mehr weit. Mitte kommenden Jahres wird die letzte Kohle an der Saar aus der Erde geholt. Doch schon heute arbeitet man an Konzepten für die Zukunft. Immerhin gehören zum Immobilien-Portfolio des saarländischen Bergbaus eine Gesamtfläche von 2500 Hektar, 216 Gebäude, 350 Wohnhäuser und rund 20 denkmalgeschützte Anlagen. Um Konzepte zu erarbeiten, was mit diesen Immobilien passieren soll, hat sich im vergangenen Jahr ein Lenkungskreis „Bergbauflächen“ gebildet, der im Wirtschaftsministerium angesiedelt ist und der von Wirtschafts-Staatssekretär Joachim Kiefaber geleitet wird. Heute tagt der Lenkungskreis zum dritten Mal.

„Das Land will einige Projekte vorziehen, bevor die Konzepte für alle Bergbauflächen fertig sind“, sagt Kiefaber. Ein erster Grundstein wurde bereits auf dem Gelände der früheren Grube Luisenthal gelegt. Dort soll ein Energiepark entstehen – mit Windrädern, Photovoltaikanlage, Erdwärme-Nutzung und einem Pumpspeicherkraftwerk. Bei dem Pumpspeicherkraftwerk soll Wasser von einem Becken, dass auf dem Gelände der ehemaligen Grube Luisenthal gebaut werden soll, mit dem 50 Meter höher liegenden Absinkweiher auf der früheren Halde verbunden werden. Nachts soll das Wasser hochgepumpt werden und tagsüber wieder hinunterströmen, um in Spitzenzeiten Strom zu erzeugen.  Wie es aus Kreisen des Lenkungsausschusses heißt, soll das Saarbrücker Unternehmen Evonik New Energies Interesse an dem Projekt haben.

Bis das Gesamtkonzept steht, muss noch viel Arbeit geleistet werden. „Zuerst müssen wir klären, wie die einzelnen Flächen überhaupt genutzt werden können“, erläutert Rudolf Krumm, Saar-Chef der RAG Montan Immobilien (RMI), die Eigentümerin der Bergbau-Grundstücke ist. Danach „müssen wir schauen, welche Vorhaben wir zunächst verwirklichen wollen“. Für Kiefaber und Krumm ist vor allen Dingen wichtig, welche Flächen gewerblich und welche touristisch genutzt werden können. Ein Beispiel für den Tourismus ist zum Beispiel die Halde Lydia (Quierschied) im Saarkohlewald, der sich von Saarbrücken-Altenkessel bis nach Neunkirchen erstreckt. Auf der Halde sind Weiher übrig geblieben, die sich als „Himmelsspiegel“ in die Landschaft einfügen.

Bei der Umwidmung der Flächen haben der Denkmal- und Landschaftsschutz sowie das Bergamt ebenfalls noch ein Wörtchen mitzureden. „Allein 50 Flächen stehen noch unter der Bergaufsicht“, macht Franz-Rudolf Ecker, Leiter des Oberbergamtes für Rheinland-Pfalz und das Saarland, deutlich (siehe Grafik). Seine Behörde und das Bergamt Saarbrücken sorgen dafür, „dass von den Flächen keine Gefahren mehr ausgehen und die Belange des Natur- und Denkmalschutzes gewahrt werden“. Dies könnten „Verfahren werden, die sich über Jahre hinziehen können“. Wenn das Bergamt ein Areal als unbedenklich eingestuft hat und es aus dem Bergrecht entlässt, ist anschließend die jeweilige Ortspolizei-Behörde für das Gelände zuständig.
Spätestens dann sind die einzelnen Kommunen mit im Boot, die allerdings auch vorher schon gehört werden. „Der Lenkungssausschuss Bergbauflächen wird die betroffenen Städte und Gemeinden schon frühzeitig einbinden“, versichert Kiefaber.



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