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Was passiert mit dem Saarbrücker dem Filmhaus?

Saarbrücken. Januar 2010 endet, das ist nicht übertrieben, eine Saarbrücker Kino-Ära: Albrecht Stuby, Leiter des Filmhauses und Gründer des Filmfestivals Max Ophüls Preis, geht dann in Pension. Die sich aufdrängende Frage „Wie geht es dann weiter mit dem Filmhaus?“ findet Erik Schrader, Kulturdezernent der Stadt Saarbrücken, etwas übertrieben. „Es steht nur die Neubesetzung einer Personalstelle an: die von Herrn Stuby. Das Filmhaus hat einen Mietvertrag, der bis 2011 Bestand hat, und Mitarbeiter mit Verträgen, die eine erhebliche Gültigkeit haben.“

Dass Gerüchte und Ängste die Runde machen, mit dem Abschied der prägenden Filmhaus-Figur Stuby könne es in Zeiten der Einsparungen beim Kino in der Mainzer Straße zu großen Veränderungen kommen, versteht Schrader. „Ich höre selber jede Woche Gerüchte – über Leute, die sich schon als neue Leiter sehen und auch von der Schließung des Filmhauses – das ist alles Quatsch. Wir wollen es weiterführen in seiner jetzigen Substanz.“

Womöglich aber nicht in derselben Struktur: Laut Schrader will die Stadt die Stelle als „Leitung Filmhaus/Leitung Filmbüro“ ausschreiben, nicht als Leiter des Amtes für kommunale Filmarbeit, wie es Stuby ist. Denn: „Wir sind uns mittelfristig nicht sicher, ob es in ein paar Jahren das Amt für kommunale Filmarbeit geben wird – oder ob das Filmhaus einem Fachbereich oder einer Abteilung angegliedert wird. Deswegen schreiben wiroffen aus.“ Man wolle die Problematik vermeiden, dass sich jemand später beschweren könnte, weil er plötzlich einen Vorgesetzten hat, etwa den Leiter eines Amts, dem das Kino dann zugeordnet wäre.

Ein Gerücht, das die Befürchtung nährte, das kommunale Filmhaus könnte in private Hände gelegt werden, betraf Gespräche zwischen Schrader und Michael Krane, der in Saarbrücken das Kino Camera Zwo führt. „Es gab Gespräche mit Krane“, sagt Schrader, „die hatten mit der Leiter-Stelle direkt aber nichts zu tun. Es geht darum, dass Herr Krane Dienstleistungen für die Stadt erbringen kann.“ Denn neben den zwei halben städtischen Stellen und zwei ganzen (inklusive Stuby) arbeiten ein Vorführer, ein Kassierer und ein Theker stundenweise fürs Filmhaus, organisiert von externen Arbeitskräften eines Personaldienstleisters. Diese Arbeit mit externen Kräften will Schrader ausbauen: Etwa könne jemand wie Krane als Dienstleister fürs Filmhaus das Bestellen – nicht das Aussuchen – der Filme vornehmen. Oder die Werbung könnte von außen gemacht werden. Wenn eine der städtischen Stellen beim Filmhaus aus Altersgründen frei würde oder einem anderen Bereich zugesprochen werde und die Arbeit extern vergeben werde, würde das die Zuschüsse des Kinos, laut Schrader zurzeit zwischen 170 000 und 200 000 Euro, senken. Eines dürfe man nicht vergessen: „Das Filmhaus ist eine freiwillige Leistung. Saarbrücken verliert zurzeit viel Gewerbesteuer. Da muss man sich als Dezernent fragen, wie man einen Kulturstandort stabilisieren kann, ohne die Qualität zu gefährden.“

Nicht gedacht ist an eine Verzahnung mit dem Ophüls-Festival, die Schrader für „gefährlich“ hält: Der Betrieb eines Kinos, selbst eines kommunalen mit Defiziten, könnte die Gemeinnützigkeit des Festivals gefährden. Auch eine Verbindung zum Kino Achteinhalb sei wenig sinnvoll: Dessen Strukturen mit freiwilligen Leistungen, sozialen Maßnahmen und einem Verein als Träger würden sich mit einem wirtschaftlich orientierten Betrieb nicht vereinen lassen.

Wie läuft die Nachfolgersuche nun ab? Ende September werde der Personalausschuss ein externes Besetzungsverfahren beschließen, so Schrader. Im Oktober beginnt das Besetzungsverfahren mit Anzeigen in regionalen und überregionalen Medien. Anfang November sollen Vorstellungsgespräche beginnen, der/die Nachfolger(in) könnte bereits im Dezember mit der Einarbeitung beginnen, spätestens im Januar. Das klingt zeitlich reichlich knapp.

Schrader hält die Zeitplanung „für angemessen“. Am 17. August soll der Kulturausschuss über das Profil des Nachfolgers diskutieren. Wie sieht er nun aus, der ideale Kandidat? „Er sollte einen Hochschulabschluss, Verwaltungserfahrung und eine Affinität zum Kino besitzen.“ Und, fügt Schrader eingedenk der im Filmhaus langfristig geplanten Umstrukturierungen an: „Wir erwarten Vorgesetztenfähigkeit, aber auch, dass er sich gegebenenfalls in Amts- und Abteilungsstrukturen einfinden muss.“Tobias Kessler
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