L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Was sagen Experten zum "Tierführerschein"?

Köllertal. Alban Alt, Imker und Naturschutzbeauftragter aus Walpershofen, würde niemals ein Bienenvolk an einen Menschen abgeben, den er als unzuverlässig einschätzt. Dennoch: Einen gesetzlich vorgeschriebenen Führerschein für Tierhalter lehnt Alt ab: „Bin immer zurückhaltend, wenn es um die Einführung von noch mehr Bürokratie geht.“ Aber: „Die Liebe zur Kreatur kann man nicht früh genug fördern. Am besten fängt man schon im Kindesalter damit an“, fordert der frühere Schulpädagoge Alt, der glaubt: „Wer weiß, auf was er sich einlässt, bevor er sich ein Tier kauft, wird auch ohne staatlichen Führerschein seiner Verantwortung gerecht.“

„Jeder, der sich einen Hund anschafft, sollte vorher freiwillig bei einem Verein eine Begleithundeprüfung absolvieren. Dann kommt er auf jeden Fall besser mit dem Tier zurecht“, sagt Franz-Josef Sinnwell. Der Fundhunde-Beauftragte der Gemeinde Heusweiler weiß: „Die allermeisten Hundebesitzer handeln verantwortungsvoll. Von den Hunden, die ich betreue, sind mindestens 98 Prozent ausgebüxt und werden von ihren Besitzern mit Freude abgeholt. Nur ganz wenige Hunde werden ausgesetzt.“

„Bei Katzen liegt der Fall leider etwas anderes“, sagt Manfred Grissmer, der für den saarlandweit tätigen „Verein der Katzenfreunde“ ehrenamtlich tätig ist. Grissmer meint: „Ein Führerschein für Tierhalter wäre in der Tat die Ideallösung. Es gibt so viele Katzen, die in die Hände von Menschen ohne Verantwortungsbewusstsein geraten und dort ein trauriges Schicksal erleben.“ Einen solchen Führerschein im Gesetz zu verankern, sei aber bestimmt politisch schwer umzusetzen.

Esther und Herbert Nimmesgern halten in Riegelsberg Ziegen, weiße, braune und die vom Aussterben bedrohte Thüringer Waldziege. „Einen staatlich verordneten Führerschein braucht keiner, der sich Ziegen halten will“, sagt Esther Nimmesgern, die aber davon ausgeht: „Jeder, der sich mit dem Gedanken trägt, sollte vorher an einem Grundkurs teilnehmen.“ Dort lerne man: Wie schneidet man Hufe? Wie erkennt und behandelt man Krankheiten? Wie melkt man die Ziegen?

Unangenehme Erfahrungen mussten die Nimmesgerns schon machen, wenn freilaufende Hunde ihre Ziegenherde in panischen Schrecken versetzt oder das frisch gemähte Gras mit ihrem Kot verunreinigten – da mangele es dann den Hundebesitzern an Verantwortungsbewusstsein, „für solche Leute wäre ein Führerschein gar nicht schlecht“, so Esther Nimmesgern.

Rita Albert-Kerb züchtet in Püttlingen Malteserhunde. Ihre Meinung zum Thema: „Einen staatlichen Führerschein brauchen wir nicht. Aber jeder Mensch, der sich ein Tier zulegen möchte, sollte soviel Verantwortungsgefühl zeigen, dass er sich vorher über die wichtigen Grundlagen der artgerechten Haltung, der Pflege und der Gesundheit seiner Tiere schlau macht, um nicht Schiffbruch zu erleiden.“ Und: „Bei gefährlichen Tieren wie zum Beispiel Kampfhunden wäre ein Führerschein eigentlich ganz gut.“

In den Kontext „gefährlich“ passen auch bestimmte Reptilien. Der Köllerbacher Roman Bär gilt als Experte, der auch schon mal der Polizei hilft, ausgebüxte Schlangen einzufangen. Bär hat sich, wie andere Züchter auch, der „Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde“ angeschlossen, dort hat er auch freiwillig den „Sachkundenachweise zur Haltung gefährlicher Reptilien“ erlangt. Zum Thema Tierführerschein sagt er: „Eine gesetzlich einheitliche Regelung wäre wünschenswert.“
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