L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

Priorität: Dringend

9°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
9°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Was soll aus Saar- Bergbauflächen werden?

Wenn der Steinkohle-Bergbau im Saarland zu Ende geht, müssen rund Hunderte Hektar neu genutzt werden.

Wenn der Steinkohle-Bergbau im Saarland zu Ende geht, müssen rund Hunderte Hektar neu genutzt werden.

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Saarbrücken. Die saarländischen Kommunen zeigen großes Interesse daran, sich mit eigenen Vorstellungen in die Vermarktung der Bergbauflächen der RAG AG an der Saar einzubringen. Dies bestätigte gestern der Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetages, Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU, Foto: Becker & Bredel).

Wegen der verschiedensten Nutzungs-Möglichkeiten und des Wettbewerbs der Kommunen untereinander seien allerdings Konflikte programmiert, räumte Lorig ein. Er glaubt jedoch, dass sich die Kommunen auch angesichts wachsender Finanzprobleme häufiger dazu bereit erklären werden, gemeinsam Projekte zu finanzieren.

Lorig ist Mitglied des Lenkungskreises Bergbauflächen, der unter der Leitung von Wirtschafts-Staatssekretär Joachim Kiefaber (FDP) die Aktivitäten koordiniert. Es geht um einen Immobilien-Bestand von 808 Gebäuden, davon 350 Wohnhäuser und über 20 denkmalgeschützte Anlagen auf einer Gesamtfläche von 2500 Hektar. Davon sollen 500 Hektar schon kurz- und mittelfristig neu gestaltet werden, betont Rudolf Krumm als Leiter des Büros Saar der RAG Montan Immobilien.  Hauptaufgabe des Lenkungsausschusses wird es sein, für jede Fläche im Rahmen eines Gesamtkonzeptes die passende Verwendung zu finden.



Vorgesehen ist nach den Worten von Kiefaber die Umgestaltung der Flächen zu Gewerbe- und Industriegebieten, Logistikzentren, Wohnflächen, Standorten für Erneuerbare Energien und Klimaschutz sowie Naherholungsgebieten und Grünflächen. Konflikte könnten beispielsweise entstehen, wenn zwei Flächen in unmittelbarer Nachbarschaft zweier Gemeinden liegen. Wie kommt man sich da nicht ins Gehege?

Lorig kann sich gut vorstellen, dass mehrere Kommunen ein Gewerbegebiet gemeinsam aufbauen und betreuen. Auch Kiefaber sieht in einer umfangreichen Zusammenarbeit bei der Vermarktung der Flächen zwischen dem Saarland, dem Unternehmen RAG sowie den Kommunen die „einmalige Chance, ein Zeichen im Strukturwandel an der Saar zu setzen“. Allerdings erwartet auch Kiefaber: „Ärger wird es weitgehend überall geben.“

Schließlich seien Flächen unterschiedlichster Qualität und verschiedene Interessen im Spiel. Friedrich Breinig (Foto: Becker & Bredel), Regionalbeauftragter der RAG an der Saar und Chef des Bergwerks Ensdorf, sagte die volle Unterstützung zu. Auch nach 2012 werde die Kompetenz des Unternehmens an der Saar vertreten bleiben und am Standort Ensdorf konzentriert. Dort sollen auch Bergschäden reguliert werden. Nach Einschätzung aller im Lenkungskreis kann es bis zu 40 Jahre dauern, bis alle Maßnahmen abgeschlossen sind.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein