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Was war so wichtig an Jobs?

Cupertino. Über Verstorbene möge man nur Gutes sagen, lautet ein ungeschriebenes Gesetz. Dem zu folgen, fällt bei Steve Jobs nicht schwer. Wenn Historiker in einigen Jahrzehnten auf die vom Apple-Gründer so maßgeblich mitgeprägte Technologie-Epoche des mobilen Computing zurückblicken, dürfte der gestern häufig benutzte Vergleich mit dem Glühbirnen-Erfinder Thomas Edison unvermeidbar sein. Die Welt trauert um einen großen Erneuerer, der unseren Alltag so nachhaltig veränderte wie kaum ein anderer Mensch in jüngerer Zeit.

Jobs ermöglichte in vielerlei Beziehung einen anderen Zugang zur Welt der Bits und Bytes – und veränderte damit ganz nebenbei die Gesellschaft. Mobile Kommunikation über neue soziale Medien und Smartphones wäre ohne den Guru aus Cupertino nicht das, was wir heute für selbstverständlich halten. Jobs prägte das Computer-Zeitalter, weil seine intuitiven Benutzeroberflächen den Menschen die Angst vor der Maschine nahmen. Mit der Maus entwickelte er ein geniales Gerät, das uns hilft, durch die digitalen Welten zu navigieren. iPod und iTunes befreiten die Musik aus den Fesseln der Plattenkonzerne. Das iPhone verband auf geniale Weise die Netzwelt mit der Telekommunikation, während das iPad unsere Vorstellung von mobiler Kommunikation und Unterhaltung revolutionierte.  Jobs definierte mit seinen Produkten den Standard, den die Konkurrenz dann nachzuahmen suchte.



Was den Apple-Gründer von seinen Wettbewerbern unterscheidet, ist die Kombination aus großen Visionen mit einer Liebe zum Detail, die seinen Mitarbeitern manchmal das Leben schwer machte. Verbunden mit der Gabe, seine Produkte einer breiten Öffentlichkeit rund um den Erdball nahezubringen – er verkaufte Statussymbole mit Spaßfaktor. Jobs' Kult-Status aber beruht nicht auf Show, sondern auf Errungenschaften, die staunen lassen. Er war einer der letzten großen amerikanischen Träumer.

Bis zum Schluss versuchte der charismatische Manager, seine Kraft in den Dienst des Weltkonzerns zu stellen, den er in der Garage seiner Stiefeltern gegründet hatte. Noch im Frühjahr präsentierte Jobs seine Idee vom nächsten Meilenstein in der Computer-Welt: dem Übergang zum Cloud-Computing, also die Auslagerung von Musik, Filmen und Dokumenten in die Datenwolke. Nach seinem Tod stellt sich in dramatischer Schärfe die Frage, ob der Markt-Gigant Apple nun einen großen Teil jener Magie und Dominanz verlieren wird, für die hauptsächlich Jobs verantwortlich zeichnete. Die Vorstellung des überarbeiteten iPhone 4S, vermutlich wegen des absehbaren Todes von Jobs unter Zeitdruck angesetzt und vorgezogen, ließ diese Woche viele Apple-Fans enttäuscht zurück.  Und der etwas verloren wirkende neue Konzernchef Tim Cook bekam einen ersten Vorgeschmack darauf, wie groß die Schuhe wirklich sind, die der Firmengründer hinterlässt.



Die gute Nachricht für Apple ist, dass Jobs einen Marktvorsprung erarbeitete, der sich auch an der Kapitalisierung des Konzerns ablesen lässt und den die Mitbewerber erst einmal aufholen müssen. Die schlechte Nachricht ist: Jobs' einzigartige Intuition lässt sich nicht kopieren. Er hinterlässt ein Vakuum, das Apple nur schwer füllen kann. Das Vermächtnis von Steve Jobs ist eine Botschaft, die er 2006 in einer Rede an Absolventen der Universität Stanford formulierte: Folgt eurem Herzen, folgt eurer Überzeugung. Das war sein Lebens-Mantra, dem er – mit schier unglaublichem Erfolg – bis zu seinem Tod folgte.
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