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Was wird jetzt aus der Schülerhilfe?

Saarbrücken. Margit Dörr, die erste Vorsitzende des Vereins Multi-Kulti Rodenhof e.V., ist sehr enttäuscht. Der Verein, der zurzeit 32 Kinder betreut – die machen dort zum Beispiel ihre Hausaufgaben – muss raus aus dem Haus in der Ziegelstr. 21 auf dem Rodenhof. Das hat der Stadtrat beschlossen.

Bisher nutzte der Verein als Untermieter der „Sozialistischen Jugend Saar – Die Falken“ Räume in dem Haus. Doch der Mietvertrag der Falken mit der Stadt lief zum Jahresende aus. Dörr weiß nicht, wo sie mit den Kindern hin soll: „Wir hängen total in der Luft.“ Sie suche bereits nach leer stehenden Häusern auf dem Rodenhof. Derzeit sei der Verein in der Ziegelstraße noch geduldet. „Wir betreuen die Kinder jetzt in einem Raum.“ Und das sei sehr schwierig.

Dörr fühlt sich schlecht behandelt von der Stadtverwaltung. Drei Tage vor der entscheidenden Ausschuss-Sitzung habe sie erst erfahren, dass der Verein sein Konzept vorstellen soll. Das sei viel zu kurzfristig gewesen. So bekam am Ende das FCS-Fanprojekt „Innwurf“ der Arbeiterwohlfahrt den Zuschlag, teilte Schuldezernent Erik Schrader mit. Denn es sei das überzeugendste Konzept. Auch die Falken hatten sich im Ausschuss vorgestellt.

Dörr betont, dass sie und ihre Kollegen, die das ehrenamtlich machen, gute Arbeit leisten. Deshalb schicke die Grundschule auch Kinder zu ihr, sagt Dörr. Viele seien Einwanderer oder litten unter Problemen in ihren Familien. Dezernent Erik Schrader sieht den Regionalverband in der Pflicht, eine Lösung für die Schülerhilfe zu finden. Viele Kinder, die der Verein betreue, würden sowieso vom dortigen Jugendamt unterstützt. Der Verein bekomme auch Zuschüsse vom Regionalverband. Also sei die Verwaltung im Schloss jetzt am Zug. Man könne nicht immer nach der Landeshauptstadt rufen, wenn es Probleme gibt.

Günter Feneis, Vorsitzender der FDP Rodenhof/Rußhütte, schlägt vor, der Verein könnte wegen sinkender Schülerzahlen doch Räume an der Gesamtschule Ludwigspark nutzen. Der Regionalverband sei Träger dieser Schule. Doch eine Lösung ist noch nicht in Sicht. Stefan Kiefer, Pressesprecher des Regionalverbandes, erklärte, die Verwaltung könne auf keinen Fall Räume für den Verein Multi-Kulti mieten, werde aber prüfen, ob die Kinder an einer Schule in der Nähe unterkommen können. Ende April müsse der Verein das Haus räumen. Ob an der Gesamtschule Ludwigspark Platz ist, sei noch nicht klar. Denn die Schulanmeldung laufe ja gerade. Kiefer betonte, dass die Hausaufgabenhife des Vereins auf dem Rodenhof sehr sinnvoll sei. Deshalb bekommt der Verein vom Jugendamt für jedes Kind 75 Euro pro Monat.

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