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Wasser: Stadtwerke erhöhen im kommenden Jahr den Preis

Die Saarbrücker Stadtwerke erhöhen im kommenden Jahr den Wasserpreis. Das hat Stadtwerke-Sprecherin Sarah Schmitt gestern auf SZ-Anfrage bestätigt. Der Brutto-Verbrauchspreis steigt um 2,6 Prozent von 2,05 auf 2,11 Euro pro Kubikmeter. Der Grundpreis erhöht sich je nach Art des Zählers – zum Beispiel von 8,83 auf 10, 17 Euro oder von 66,21 auf 76,24 Euro.

Damit reagiere das Unternehmen „auf die kontinuierlich gestiegenen Energiepreise einschließlich Umlagen und Abgaben sowie Preise für Material, Roh-, Hilfs- und Betriebsmittel“, sagt Schmitt. Auch dass die Zahl der Kunden infolge des demografischen Wandels sinke, die Infrastruktur für die Wasserversorgung aber gleich bleibe, führe dazu, dass das Wasser teurer wird.

Grund für die Preiserhöhung sind offenbar auch neue Konzessionsverträge zwischen Stadt und Stadtwerken, die der Stadtrat vergangene Woche im nicht öffentlichen Teil seiner Sitzung beschlossen hat. Diese Verträge regeln unter anderem, wie viel die Stadtwerke dafür bezahlen müssen, dass sie ihr Leitungsnetz in der Stadt betreiben dürfen.
Nach Angaben des CDU-Stadtverordneten Uwe Conradt hat der Rat mit den Stimmen von SPD, Linken, Grünen und FDP beschlossen, diese Abgabe fürs Wassernetz von 10,14 auf 12,5 Prozent zu erhöhen. „Von jedem Euro Umsatz für die Lieferung von Wasser gehen zukünftig direkt 12,5 Cent an die Stadt“, erklärt Conradt.

Ärgerlich ist aus Sicht der CDU, „dass man von Seiten der Stadt für die Ausarbeitung der Konzessionsverträge über 75.000 Euro an ein Berliner Beratungsunternehmen gezahlt“ habe. „Für diese stolze Summe“ seien die Berater aber „nicht einmal in den beratenden Ausschüssen anwesend“ gewesen.

Die CDU hat auch deshalb „große Zweifel, ob die Beratungsleistung des Berliner Beratungsunternehmens in Höhe und Umfang gerechtfertigt war“, weil ihr inzwischen bekannt ist, „dass der Saarländische Städte- und Gemeindetag Musterkonzessionsverträge kostenlos anbietet“.

Nicht nur die Wasserversorgung ist zurzeit ein wichtiges Thema in der VVS-Führung. Vor allem die Gaskraftwerke machen dem Vorstand Sorgen. Der zum größten Teil der Stadt gehörende Konzern hat rund 50 Millionen Euro in seine fünf Blockheizkraftwerke investiert. Diese Kraftwerke werden nach Angaben von Schmitt in diesem Jahr aber rund zwei Millionen Euro Verlust einfahren.

Das Problem: Die VVS kann nicht genug von dem in den Gaskraftwerken erzeugten Strom verkaufen. Die Lösung soll – zumindest für vier der Anlagen – Biogas sein. Eins der drei auf dem Gelände des Busbetriebshofs stehenden Kraftwerke soll weiter mit Methangas, das in Alt-Saarbrücken austritt, befeuert werden. Die anderen beiden sowie die Blockheizkraftwerke am Halberg und hinter Fleischwaren Schwamm am Lyonerring sollen möglichst auf Biogas umgestellt werden.

Sollte das gelingen, fallen die vier Kraftwerke unter die Regelungen des „Erneuerbaren Energien Gesetzes“ (EEG). Das „garantiert, dass jede Kilowattstunde zu einer festen Vergütung abgenommen wird – auch wenn ein Überangebot von Strom vorherrscht“, erklärt VVS-Sprecherin Schmitt.
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