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Web-Friedhof: Trauerseiten für Bello und Mieze

Saarbrücken. „Hier ruht in Frieden Jacko – gestorben am 27. Dezember 2012“. Unter dem Gedenkstein ist ein Foto eines schwarz-weißen Hundes zu sehen, ein Basenji-Mix, wie man auf Jackos virtueller Gedenkstätte erfahren kann. Diese ist nur eine von über 20 000 Trauerseiten, die für verstorbene Haustiere auf der Seite virtueller-tierhimmel.de angelegt wurden.

Nachrufe und Gedichte

Kai von Alm betreibt die Webseite seit 2005. Gegründet hat er sie, um eine Möglichkeit zu finden, um seinen verstorbenen Hund zu trauern, erklärt er. Mittlerweile haben sich nach von Alms Angaben auf seiner kostenlosen Internetseite rund 1000 Mitglieder registriert. Beim Durchstöbern der Gedenk- und Ruhestätten finden sich liebevoll verfasste Nachrufe, Fotos, Gedichte und persönliche Erinnerungen an die Zeit mit dem geliebten Tier. Außerdem können registrierte Mitglieder virtuelle Kerzen für die verstorbenen Tiere anzünden. In einem Forum können sich Seiten-Besucher austauschen und sich gegenseitig Trost spenden.

Ein solcher Trauerkult trifft, wie von Alm aus Erfahrung berichtet, nicht überall auf Verständnis: „Es gibt auch negative Reaktionen. Manche melden sich auf meiner Seite an, nur um Mitglieder zu beleidigen, weil sie glauben, dass man um Tiere nicht trauern sollte.“

Dabei ist von Alms virtueller Tierfriedhof längst nicht der einzige im Netz. Auf der Seite quitschie.de wurden bislang rund 5400 Gedenkstätten für Tiere angelegt. Hier gibt es einen sogenannten Zentralfriedhof für alle Tiere sowie gesonderte Friedhöfe für Katzen, Vögel, Hunde, Pferde und Reptilien. Wo der Nutzer seinen verstorbenen Liebling „beerdigt“, bleibt ihm überlassen.

Auf der Startseite gibt es eine Übersicht über die neuesten Einträge. Die Gedenkstätte für Katze Robbie zum Beispiel haben sich nach einem Tag 104 Besucher angesehen und virtuelle Kerzen für das Tier angezündet. Um ein kostenloses Grab auf der Seite anlegen zu können, ist eine Anmeldung nötig.

Als „virtueller Hundehimmel“ bezeichnen die Betreiber der Plattform friedhof.ksgemeinde.de ihre Seite. Dort können trauernde Hundehalter an ihre verstorbenen Vierbeiner erinnern. So auch Nutzerin Kerstin, deren Hündin kürzlich gestorben ist. Sie schreibt: „Sie wurde von einem Auto überfahren und starb nach einem kurzen Todeskampf noch in meinen Armen. Meine Trauer ist unendlich, mein Schmerz so groß.“

Biografie des Tieres

Sogenannte Trostseiten kann man auf mein.tier.tv/trostseiten erstellen. Die Besonderheit ist, dass Anwender dort eine Biografie des verstorbenen Tieres anlegen können. Außerdem können sie am Grab ihres Lieblings virtuelle Blumen niederlegen.

Für manche mag diese Form der Trauerbewältigung zwar befremdlich sein, doch für bedenklich hält Professorin Margarete Boos, Leiterin der Abteilung für Sozial- und Kommunikationspsychologie an der Universität Göttingen, die virtuellen Gedenkstätten nicht: „Solche Seiten können dieselbe Funktion erfüllen wie ein Friedhof. Ich glaube, dass das den Menschen helfen kann, da sie auch mit anderen in Kontakt treten können, die ihr Haustier vermissen.“

www.virtueller-tierhimmel.de

www.quitschie.de

friedhof.ksgemeinde.de

www.mein.tier.tv/trostseiten

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