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Weg frei an der Cloef für Baumwipfelpfad?

Der geplante Baumwipfelpfad an der Cloef bei Orscholz ist eines der Themen, die den Gemeinderat Mettlach auf seiner Sitzung am heutigen Mittwoch ab 17.30 Uhr im Cloef-Atrium beschäftigen. Der Rat wird sich mit der Aufstellung von neuen Bebauungsplänen für die Gemarkungen „Mettlacher Wald/Gierendsecken“ sowie „Cloef“ befassen. Die angestrebten Änderungen würden die baurechtlichen Voraussetzungen für die Verwirklichung des Baumwipfelpfades mitsamt dem umstrittenen Aussichtsturm schaffen.

Doch es geht bei der Änderung der Pläne um mehr als nur um dieses Projekt. Die Gemeinde möchte das gesamte Gebiet an der Cloef planerisch neu ordnen, erläuterte Bürgermeister Carsten Wiemann ( SPD ) gegenüber der SZ. „Es wurden intensive Überlegungen angestellt, wie die touristische Entwicklung von Orscholz vorangebracht werden kann.“ Ein zentrales Ziel dabei sei, die Verweildauer der rund 400 000 Gäste, die nach seinen Worten alljährlich den berühmten Aussichtspunkt oberhalb der Saarschleife besuchen, zu verlängern. Dazu soll zum einen der Baumwipfelpfad als touristische Attraktion dienen. Zum anderen möchte die Gemeinde das Gelände rund um das Cloef-Atrium sowie im Umfeld der Cloef selbst neu gestalten. Dies ist auch deswegen notwendig, weil die Kommune sich gezwungen sah, den in die Jahre gekommenen Märchenpark zu schließen und zurückzubauen. Hier soll nun, nach umfangreichen Durchforstungsarbeiten, ein naturnaher Erholungswald entstehen.

Aus den Gesprächen, die im Zuge der vorbereitenden Planungen mit den zuständigen Behörden geführt worden, ergab sich noch eine zweite gravierende Änderung. Der bisherige Pkw- und Busparkplatz in direkter Nähe zur Cloef soll aufgegeben und weitgehend renaturiert werden. Damit kommt die Gemeinde einer Vorgabe der Obersten Naturschutzbehörde im Umweltministerium nach. Denn sowohl der frühere Märchenpark als auch der Cloef-Parkplatz befinden sich innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes. Der Bürgermeister: „Dieses Schutzgebiet soll nicht verändert werden.“ Der Parkplatz soll zu zwei Dritteln zurückgebaut werden, auf der verbleibenden Fläche soll ein Landeplatz für Rettungshubschrauber entstehen sowie eine Schaufläche, die sich der dort vorkommenden geologischen Besonderheit Taunusquarzit widmet. Als Ersatz für die wegfallenden Parkplätze direkt an der Cloef will die Gemeinde einen bisher eher provisorischen Parkplatz am Ende der Kurpromenade ausbauen und auch für Busse nutzbar machen. Dieser Parkplatz soll, ebenso wie die zahlreichen Parkflächen beim Cloef-Atrium, künftig durch eine Schranke gesichert werden.

Ein Vorhaben aus früheren Tagen will die Gemeinde hingegen komplett aufgeben: Die bisherigen Bebauungspläne sehen die Möglichkeit vor, auf einem höher gelegenen Punkt nahe dem Rehazentrum Saarschleife (der so genannten Höhe 400) einen Aussichtsturm von bis zu 50 Metern Höhe zu errichten. Das soll aus den neuen Plänen gestrichen werden. Wiemann: „Diese Planungen will im Rat niemand mehr ernsthaft verwirklichen.“ Zur planerischen Neugestaltung des Areals gehört ferner, dass unmittelbar neben dem Cloef-Atrium eine Fläche zur Errichtung eines Tagungshotels ausgewiesen wird. Wann rollen die Bagger an, um mit dem Bau des internationalen Schießsportzentrums Scheuerhof zu starten? Eine Frage, die die Freien Bürger Mettlach (FBM) umtreibt. „Seit dem Spatenstich 2010 wurde von der Diana-Touristik, der Bauherrin, in regelmäßigen Abständen ein baldiger Baubeginn angekündigt, ohne dass tatsächlich angefangen wurde“, sagt FBM-Fraktionschef Joachim Badelt.

Jetzt will er es wissen und hat beantragt, diese Frage auf die Tagesordnung für die Sitzung des Mettlacher Gemeinderates am heutigen Mittwoch, 15. Juli, 17.30 Uhr, im Cloef-Atrium zu setzen. Für Badelt pikant: Einen Tag nach der Sitzung jährt sich nach seinen Worten eine Veröffentlichung in der Saarbrücker Zeitung zum Scheuerhof, in der der Vertreter der Bauherrin Diana-Touristik, Rechtsanwalt Martin Schmidt, mit den Worten zitiert wurde: „Wir sind fast soweit – der Baubeginn der eigentlichen Sportanlage wird jedenfalls in wenigen Wochen sein. Zuletzt habe Bürgermeister Carsten Wiemann in der Ratssitzung im April angekündigt, dass sich die Diana- Touristik bereit erklärt habe, dem Bauausschuss Mitte Juni Auskunft über den Projektstand geben. „Der Investor oder Vertreter der Bauherrin Diana-Touristik waren jedoch nicht erschienen.“
 

Für naturnahes Projekt

Laut Badelt wollen die Freien Bürger Mettlach, dass der Gemeinderat die Zukunft des Gesamtprojekts Scheuerhof grundsätzlich diskutiert. Zudem fordert er einen Beschluss, in dem der Bürgermeister aufgefordert wird, mit den Investoren zu verhandeln. Als Ziel nennt er, „das Gelände Scheuerhof für eine andere Nutzung freizugeben“.

Auch sollte geprüft werden, inwieweit der Investor seinen Verpflichtungen nachkommt oder nicht. „Eine außerordentliche Kündigung der Verträge mit der Diana-Touristik sollte nach juristischer Prüfung durch die Gemeinde nicht ausgeschlossen werden.“ Die Freien Bürger Mettlach waren nach Badelts Darstellung immer für eine Nutzung des Geländes am Scheuerhof, das einem Landschaftsschutzgebietes gerecht wird und keine Belästigungen für die Menschen in den umliegenden Dörfern mit sich bringt.

„Vielleicht gelingt es der FBM ja, Bürgermeister und Gemeinderat davon zu überzeugen, ein naturnahes Projekt am Scheuerhof anzusiedeln und das geplante Zentrum mit seinen lärmerzeugenden Schießanlagen endgültig zu beerdigen“, sagt er.

Skeptisch sieht Joachim Badelt die künftige Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Diana-Touristik: „Wie kann man jemanden vertrauen, dass er später mal die mit der Gemeinde vereinbarten Lärmimmissionswerte einhält, wenn er es über ein Jahr nicht für nötig hält, die wilden und offensichtlich illegalen Müllablagerungen auf seinem Grundstück zu entfernen?“
 

 

Zum Thema:

Auf einen BlickWeitere Themen für die Sitzung sind die Teiländerung des Flächennutzungsplanes im Bereich Alte Abtei in Mettlach sowie des Bebbauungsplanes Alte Abtei. Auch über die Aufstellung eines Bebauungplanes für den geplanten Windpark östlich Schwarzbruch wird unter anderem entschieden, ebenso über die Fortschreibung des Doppelhaushaltes 2015/2016 und den Haushalts-Sanierungsplan. mst
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