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Wegen Bergbau-Ende weniger Vollzeitjobs an der Saar?



Saarbrücken. Die Zahl der Menschen, die im Niedriglohnbereich arbeiten, hat im Saarland in den Jahren 2001 bis 2010 weniger stark zugenommen als in Rheinland-Pfalz und in den westdeutschen Bundesländern. Das geht aus einer regionalen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) hervor, die sich mit der „Qualität der Beschäftigung“ auseinandersetzt. So stieg die Anzahl der saarländischen Arbeitnehmer in diesem Segment von 2001 bis 2010 um 8,9 Prozent, in Rheinland-Pfalz um 14 Prozent und in den alten Ländern um 17,9 Prozent. Als Niedriglöhner ist nach der IAB-Definition beschäftigt, wer weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttoentgelts verdient, das in dieser Region gezahlt wird (Bruttomedianlohn). Allerdings waren im Jahr 2001 an der Saar mit einem Anteil von 17,8 Prozent mehr Menschen im Niedriglohnbereich tätig als in Rheinland Pfalz (17,5 Prozent) und in Westdeutschland (16,7 Prozent). 2010 lag der Anteil der Niedriglöhner im Saarland bei 21 Prozent, in Rheinland- Pfalz bei 20,6 und in Westdeutschland bei 20,5 Prozent.

Vollzeit-Arbeitsplätze: Aus der Studie geht weiter hervor, dass die Zahl der normalen Arbeitsverhältnisse (unbefristete Vollzeit-Arbeitsplätze) in den Jahren 2001 bis 2011 im Saarland um 6,4 Prozent abgenommen hat. In den westdeutschen Bundesländern lag dieses Minus bei 2,7 und in Rheinland- Pfalz bei 1,8 Prozent. Die starke Abnahme der Vollzeit-Beschäftigung an der Saar erklären die Autoren der Studie mit dem Rückgang des Steinkohle-Bergbaus in diesem Jahrzehnt. In dieser Branche hätten überwiegend Vollzeitkräfte gearbeitet.

Teilzeit-Jobs: Im Saarland gibt es weniger Teilzeit-Jobs als in Rheinland-Pfalz und in Westdeutschland. An der Saar lag diese Quote im Jahr 2011 bei 19 Prozent, in Rheinland-Pfalz bei 21,2 und in den alten Bundesländern bei 19,9 Prozent. Die IAB-Analytiker begründen diesen Unterschied damit, dass es hierzulande spürbar mehr Industrie- Arbeitsplätze gibt als im Nachbarland und diese Branchen traditionell mehr Vollzeit-Arbeitsplätze vorhalten als Dienstleister. Außerdem sei die Frauenerwerbsquote an der Saar niedriger als in anderen Regionen. Im Teilzeit-Bereich sind laut IAB-Studie überdurchschnittlich viele ältere Arbeitnehmer beschäftigt (Saarland 37, Rheinland-Pfalz 36 Prozent). Nach Ansicht der Autoren „kann das daran liegen, dass viele ältere Frauen in höheren Altersgruppen wieder nach einer langjährigen Familienphase in das Erwerbsleben einsteigen“. In Rheinland-Pfalz sind 85 Prozent der Teilzeit- Jobs von Frauen besetzt, im Saarland 64 Prozent.

Befristet Beschäftigte: Bei der befristeten Beschäftigung liegt man an der Saar im Trend. 6,8 Prozent aller Arbeitnehmer waren 2010 zeitlich befristet tätig, in Rheinland-Pfalz waren es 6,7 und in Westdeutschland 6,6 Prozent. Bei neuen Arbeitsverhältnissen waren im Nachbarland 46 Prozent befristet, in den alten Bundesländern 44 Prozent. Das Saarland erreicht hier mit 41 Prozent den besten Wert.

400-Euro-Jobs: Die Zahl der geringfügig Beschäftigten (400- Euro-Jobs) ist laut IAB-Studie im Saarland von 2001 bis 2011 nur um 55,3 Prozent gestiegen, in Rheinland-Pfalz hingegen um 78,8 Prozent und in Westdeutschland um 80,1 Prozent. Hierbei sind alle Minijobs erfasst, egal ob sie neben einer Haupttätigkeit ausgeübt werden oder ob die Menschen nur einen 400-Euro-Arbeitsplatz haben. Bei denjenigen, die ausschließlich einen Minijob ausüben, lag der Anstieg an der Saar bei lediglich sieben Prozent, in Rheinland-Pfalz bei 19,8 und in den alten Bundesländern bei 18,5 Prozent. Die Frauenquote bei den 400-Euro- Jobs liegt im Saarland bei 65 Prozent und in Rheinland-Pfalz bei 64 Prozent.

Leiharbeit: Die Quote der Leiharbeiter an allen Beschäftigten lag 2011 im Saarland bei 3,1 Prozent, in Rheinland-Pfalz bei 2,6 und in Westdeutschland bei 2,8 Prozent, heißt in der IAB-Studie weiter. Ein Vergleich zwischen 2001 und 2011 ist nach Angaben der Autoren aus statistischen Gründen nicht möglich. Denn bis 2002 waren alle in Deutschland tätigen Leiharbeitnehmer, die für Verleiher mit Sitz in Frankreich, Belgien und Luxemburg arbeiteten, beim Agenturbezirk Saarbrücken gemeldet.

Arbeitslosigkeit im Dezember saisonbedingt gestiegen

Die Arbeitslosen-Zahlen sind im Dezember saisonbedingt angestiegen. Die Bundesagentur für Arbeit sieht dies nicht als besorgniserregend an.

Saarbrücken.
Ebenso wie auf Bundesebene ist auch im Saarland die Zahl de Arbeitslosen im September gestiegen: Mit 34 600 Personen waren 2,6 Prozent oder 900 mehr arbeitslos als im Vormonat. Im Dezember des vergangenen Jahres lag die Zahl der Arbeitslosen im Saarland noch 2500 Personen niedriger. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 6,8 Prozent nach 6,6 Prozent im November und 6,3 Prozent im Dezember 2011. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember ist nicht ungewöhnlich. Saisonbedingt melden sich viele Menschen arbeitslos. So laufen im Bauhauptgewerbe zu Beginn der Schlechtwetterphase zahlreiche Verträge aus. Allein diese Branche hat im Dezember 400 Personen freigestellt. Die Geschäftsführerin der Regionalagentur der Bundesagentur für Arbeit, Heidrun Schulz, sieht trotz des Rückgangs keine Anzeichen für wesentliche Abschwünge in den kommenden Monaten: „Mit dem außerordentlich guten Jahr 2011 hatten wir eine hervorragende Ausgangsbasis. Daher haben die wirtschaftlichen Unsicherheiten des abgelaufenen Jahres den Arbeitsmarkt im Saarland nur wenig getroffen“, sagt sie.

Im Rückblick war 2012 ein Rekordjahr: Mit 369 200 waren im Oktober so viele Menschen im Saarland in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung wie noch nie. Verschoben haben sich allerdings die Verhältnisse bei den Kurz- und Langzeitarbeitslosen: Während der Anteil der kurzfristigeren Arbeitslosen (SGB III) um 800 Personen auf 10 500 gestiegen ist, ist der Anteil der Hartz-IVBezieher (SGB II) im Jahresdurchschnitt um rund 1000 auf 23 700 gesunken. red
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