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Wegen Heizkosten: Saar-Städte schicken Mitarbeiter in Urlaub

Von SZ-Redakteur Daniel Kirch

Saarbrücken. Not macht bekanntlich erfinderisch. Und weil die finanzielle Not der saarländischen Städte und Gemeinden von Jahr zu Jahr größer wird, kommen immer mehr Bürgermeister auf ungewöhnliche Ideen. Um Strom und Heizkosten zu sparen, schicken mehrere Verwaltungschefs ihre Mitarbeiter am 27. und 28. Dezember in Urlaub. Für diese beiden Tage müsste andernfalls zwischen Weihnachten und Neujahr in den Amtsstuben die Heizung hochgefahren werden.

„Das ist eine echte Ersparnis, das ist nicht von der Hand zu weisen“, sagt der Völklinger Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU). Er hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen, will das Thema aber in den nächsten Tagen mit dem Personalrat diskutieren. Seine Präferenz ist klar: Wenn die Mehrheit der Mitarbeiter zustimme und es in ihre Urlaubsplanungen passe, „sollten wir das machen“, sagt Lorig. „Wir erwägen das ernsthaft.“ Die Voraussetzung sei aber, dass die Bürger intensiv darüber informiert würden, dass die Ämter geschlossen seien.

Lorig, der auch Vizepräsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetages ist, berichtet, dass es in diesem Jahr in mehreren Kommunen eine Diskussion über angeordnete Betriebsferien gibt. Gefallen ist die Entscheidung zum Beispiel schon in der Stadt Neunkirchen: Das Rathaus bleibt zu, haben Verwaltungsspitze, Personalamt und Personalrat beschlossen. Für die beiden Tage können die Mitarbeiter entweder Urlaub nehmen oder – wenn ihr Urlaub schon aufgebraucht ist – die Zeit nacharbeiten. Ein Sprecher erklärte auf Anfrage, beim Standesamt und Ordnungsamt gebe es Notdienste. „Durch die Lage der Feiertage und Wochenenden kann dank dieser Regelung Energie gespart werden. Man verhindert so ein kurzfristiges Heizungshochfahren des Hauses für diese beiden Tage.“ Beschlossene Sache sind die Betriebsferien auch bei der Stadt St. Wendel. Die Stadt Saarbrücken will zunächst ausrechnen, wie viel Ersparnis ihr ein angeordneter Urlaub bringen würden. Ein Sprecher sagte, in diesem Jahr könne man dies aus organisatorischen Gründen auf keinen Fall mehr umsetzen.

Vor wenigen Tagen hatte der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) Schlagzeilen gemacht: Seine klamme Millionenstadt hatte für ihre Mitarbeiter erstmals einen Zwangsurlaub angeordnet, um Kosten zu sparen. Schätzungsweise bis zu 14.000 der 17.000 städtischen Bediensteten werden am 27. und 28. Dezember in die vorgeschriebenen Betriebsferien gehen. Das soll der Stadt eine Einsparung von einer halben Million Euro bringen, vor allem über geringere Strom- und Heizkosten.


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