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Wegen Krise: Saar-DGB hat wieder mehr Mitglieder

Der seit vielen Jahren anhaltende Mitgliederschwund des DGB Saar ist de facto zum Stillstand gekommen. Die Lehrer-Gewerkschaft GEW und die IG Metall legen sogar kräftig zu. Auch die Gewerkschaft der Polizei verzeichnet Zuwächse.

Saarbrücken. Der DGB Saar hat seinen Mitgliederschwund vorerst gestoppt. Wie DGB-Chef Eugen Roth auf SZ-Anfrage mitteilte, hatte der Gewerkschaftsdachverband im Saarland Ende 2008 genau 141 654 Mitglieder. Ein Jahr zuvor waren es 142 028. Das entspricht einem Rückgang um 0,26 Prozent. 2007 hatte der jährliche Mitgliederrückgang des DGB Saar noch 1,1 Prozent betragen, 2006 rund 1,5 Prozent, 2005 etwa 2,2 Prozent und im Jahr 2004 rund 4,8 Prozent.

Zugleich sind die aktuellen Zahlen für das Saarland besser als die für ganz Deutschland: Bundesweit betrug der Mitgliederrückgang im vorigen Jahr 1,1 Prozent. Drei Einzelgewerkschaften im Saarland verzeichneten im vorigen Jahr sogar Mitgliederzuwächse. Die IG Metall - mit einem aktuellen Gesamtanteil an der Mitgliedschaft von 46,6 Prozent die mit Abstand größte Gewerkschaft im Saarland - konnte von 65 322 Ende 2007 auf 66 018 Ende 2008 zulegen, was einem Zuwachs um 1,1 Prozent entspricht. Im Jahr davor hatte die Gewerkschaft bereits den langjährigen Abwärtstrend gestoppt und ihre Mitgliederzahl um 0,2 Prozent gesteigert.

Die höchsten Zuwäche registrierten in 2008 die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) - die GEW mit einem Anstieg der Mitgliederzahlen um 5,9 Prozent, die GdP mit einem Zuwachs um 1,8 Prozent.

Der Völklinger IG-Metall-Chef Robert Hiry sagte der SZ, es sei gelungen, auch viele Leiharbeitnehmer von den Vorteilen einer IG-Metall-Mitgliedschaft zu überzeugen. GEW-Chef Klaus Kessler betonte, es habe sowohl bei Referendaren und Junglehrern als auch bei Erzieherinnen und Sozialarbeitern beträchtliche Mitgliederzuwächse gegeben.

Besonders erfreulich für DGB-Chef Eugen Roth: Es gibt wieder einen Anstieg der Mitgliederzahlen bei jüngeren Leuten im Alter von bis zu 27 Jahren. Deren Zahl stieg von 10 691 Ende 2006 und 11 018 Ende 2007 auf nunmehr 11 333 Ende 2008. Der Zuwachs im vergangenen Jahr entspricht einer Zunahme um 2,9 Prozent. Damit liegen die Saar-Gewerkschaften deutlich über dem Zuwachs von 1,4 Prozent, den die DGB-Gewerkschaften bundesweit im selben Zeitraum in dieser Altersgruppe verzeichnen.

Der DGB Saar steigerte den Mitgliederanteil in dieser Altersgruppe an der Gesamtzahl der Mitglieder auf nunmehr 8,0 Prozent. Zwei Jahre zuvor hatte der Anteil noch bei 7,4 Prozent gelegen. Bundesweit liegt er auch aktuell bei 7,4 Prozent.

Der Tübinger Politik-Professor Josef Schmid sagte der SZ, für die positive Mitgliederentwicklung beim DGB Saar sei zum einen maßgeblich, dass das Saarland traditionell "das Land der Vereinsmeier" sei, was einen hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrad begünstige. Zum zweiten steige der Erfolg von Gewerkschaften mit der Krise: "Je bedrohter die Branche oder der Betrieb, desto höher der Organisationsgrad." Und zum dritten sei es im Jahr 2008 trotz der Wirtschaftskrise noch nicht zu einer größeren Entlassungswelle gekommen, was dann sicherlich auch Austritte zur Folge gehabt hätte.

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