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Weihnachts-Depression: St. Ingberterin gibt Tipps

Homburg/St. Ingbert. Leuchtende Kerzen, ein Spaziergang im Schnee – ein gewisser Romantikfaktor lässt sich der Adventszeit nicht absprechen. In unzähligen Filmen wird Weihnachten als Zeit der Wunder beschrieben. Plötzlich können alle Wünsche in Erfüllung gehen, und jeder sehnt sich nach Zweisamkeit oder einer Feier im Kreis der Familie. Doch, was wenn man keinen Partner und keine Familie hat? Dann verliert Weihnachten rasch seinen Zauber und wird zur einsamsten Zeit im Jahr. Das weiß auch Tatjana Schruhl, psychologische Beraterin im St. Ingberter Veritas- Zentrum. In ihrer Liebeskummerpraxis herrscht vor den Festtagen Hochbetrieb. 


Kummerfallen für alle, die einsam sind

„Weihnachten und Valentinstag sind große Kummerfallen für alle, die einsam sind – entweder weil sie alleinstehend oder unglücklich in ihrer Beziehung sind“, sagt Schruhl. Es sind die besonderen Erwartungen, die viele mit Weihnachten verbinden, die plötzlich zur Belastung werden.

Dreiecksbeziehungen werden belastet, weil die Geliebte es nicht länger erträgt, dass der Mann Weihnachten mit der doch ungeliebten Ehefrau verbringt. Oder der Mann hat das Gefühl in der Falle zu sitzen, weil es plötzlich 24-Stunden-lang nur noch eines gibt: die Familie. Die psychologische Beraterin spricht von verschiedenen Menschentypen, die Weihnachten auf für sie typische Art und Weise zelebrieren. Der Beziehungsmensch liebt die Romantik, die Dekoration und alles, was dazu gehört. Dem Kopfmenschen geht es um Inhalte und darum, dass alles möglichst ruhig abläuft.

Als dritten Typ gibt es den Handlungsmenschen. Er ist ein Powertyp, bei dem alles perfekt sein muss: der größte Baum, das außergewöhnlichste Essen, die teuersten Geschenke. Am schwersten fällt wohl dem Beziehungsmenschen das Alleinsein an Weihnachten. Hier können Freunde helfen, zum Beispiel mit einer Einladung zu sich nach Hause. Doch es gilt, sensibel vorzugehen. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass man die einsame Person aus Mitleid einlädt“, sagt Schruhl. Vielmehr sollte man ihr das Gefühl geben, gebraucht zu werden: „Ich bin total überfordert in der Küche, könntest du mir nicht helfen?“

Raus aus der Wohnung

Weihnachten bedeutet immer auch Zeit haben: Zeit zum Reflektieren, Zeit, um sich allein zu fühlen. Deshalb gilt als Faustregel für Singles und Alleinstehende: Raus aus der Wohnung! Am besten bucht man schon rechtzeitig vorher eine Reise, schlägt Schruhl vor, und erobert zum Beispiel eine neue Stadt. „Dann werden viele überrascht sein, wie viele einsame Menschen sie dort treffen“, sagt Schruhl. Denn es gebe mehr Menschen, die allein leben, als Menschen in Beziehungen. Eine gute Geschenkidee für eine alleinstehende Freundin oder einen einsamen Bekannten ist zum Beispiel eine Theaterkarte. So gibt man der entsprechenden Person vielleicht den entscheidenden Anstoß, sich nicht traurig in der Wohnung zu verkriechen, sondern unter Menschen zu gehen und etwas zu erleben. Wer Weihnachten allein verbringt, muss nicht auf Geschenke verzichten. „Man darf sich an Weihnachten selbst verwöhnen“, betont Schruhl.

Da darf es auch gerne etwas ganz Besonderes und Teures sein, das man sich sonst nie kaufen würde. Für alle, die Weihnachten nicht unterwegs sein können, hofft die Beraterin, dass sie sich eines vor Augen halten: „Weihnachten ist in diesem Jahr nur ein Wochenende, ein ganz normales Wochenende.“

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