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Weihnachts-Wahnsinn in Freyming-Merlebach

Schon im August beginnen die Vorbereitungen für die Weihnachtsdeko am Haus von Familie Bartz.

Schon im August beginnen die Vorbereitungen für die Weihnachtsdeko am Haus von Familie Bartz.

Freyming-Merlebach. Die Vorweihnachtszeit erleben vor allem Kinder als magisch und geheimnisvoll: Sie fragen sich, ob es ihn nun gibt, oder nicht, den Weihnachtsmann. Wo sein Haus hingegen steht, ist kein Geheimnis. Zumindest nicht im französischen Freyming- Merlebach nahe der deutschfranzösischen Grenze. Hier kennt jeder das „maison de Père Noël“, das Haus vom Weihnachtsmann. Überbordend von Lichtern und Dekoration steht es im Impasse des Tilleuls Nummer Drei und erleuchtet die kleine Straße taghell. Im Vorgarten wachsen nicht nur Tannenbäume und Zuckerstangen, sondern auch Schneemänner, Rentiere, Wichtel, Kerzen, Josef und Maria, die Heiligen Drei Könige und natürlich Weihnachtsmänner en masse. Alles illuminiert und eingelullt von französischen und deutschen Weihnachtsliedern vom Band.

Für die Kinder und um die Leute aufzumuntern

„Wieso zu viel?“, fragt Nicole Bartz, die stolze Hausherrin, „es kann gar nicht schön genug sein, die Welt draußen ist doch schon so trist.“ Sie machen das für die Kinder und um die Leute aufzumuntern, sagt die 63- Jährige. Und die Kinderlein, sie kommen doch all: Familien, Schulklassen, Senioren, Pärchen. „Viele Leute kommen jedes Jahr wieder, sie haben es als Kind gesehen und bringen inzwischen ihre Kinder hierher“, erzählt Madame Bartz, die die meisten der Zaungäste zu kennen scheint.

Und auch ihre Familie hat sich schon längst in das hohe Fest verliebt: Tochter, Schwiegersohn und Enkel helfen beim Schmücken und Basteln, schenken zu Vaters Geburtstag neue Lichterketten. Und selbst der Nymphensittich – passenderweise Flocon, Flocke, genannt – pfeift Weihnachtslieder. Seit 20 Jahren verwandelt das Ehepaar Bartz sein Heim nun schon in das „maison de Père Noël“. Die Idee hatte Nicoles Mann Gérard, der seiner Frau, die mit 19 Geschwistern aufwuchs, ein durch und durch himmlisches Weihnachten bereiten wollte. An Heiligabend dann pendelt die Familie Bartz zwischen Essen und Bescherung drinnen und draußen, um mit den Leuten zu plaudern.

Wer zahlt die Rechnung?

Und damit das alles klappt, beginnt die Weihnachtssaison für Famillie Bartz schon im August: Figuren und Lichter werden vom Speicher geholt, die müssen geprüft werden. Wieviele das sein mögen, weiß keiner so genau. Nicht einmal Monsieur Bartz, der als gelernter Elektriker seine Glühlämpchen sonst in- und auswendig kennt. „Er findet jede kaputte Birne sofort“, sagt Nicole. Was der etwas schüchtern-wortkarge Monsieur Bartz aber kennt, sind die Stromkosten. Nur die Rechnung zeigt er seiner Frau nicht. So manche Geschichte rankt sich um diese Abrechnung: Die Kommune würde die Rechnung zahlen, die EDF, die französische Elektrizitätsgesellschaft, würde die Kosten für den Monat Dezember übernehmen. „Alles Gerüchte“, lacht Madame Bartz.

 „Der Januar ist lang und langweilig“

Was immer die Lichter nun auch an französischem Atom-Strom fressen mögen, angeschaltet werden sie jedenfalls am Ersten Advent, am 6. Januar erlischt der Weihnachtszauber. „Ich bin immer traurig, wenn Gérard die Lichter nach Weihnachten abschaltet, man weiß nie, ob wir das im nächsten Jahr wieder machen können“, sagt Nicole Bartz und Mann seufzt: „Der Januar ist lang und langweilig“. Bis in den Februar braucht die Familie Bartz dann, um ihr Haus abzuschmücken. Aber bis es soweit ist, hören ihn die staunenden Zaungäste noch irgendwo schnarchen, den Weihnachtsmann. Aber Gérard Bartz kann es nicht sein, denn der 62-Jährige sitzt zufrieden in der Küche seines „maison de Père Noël“ und schmiedet schon wieder Pläne, was er für die nächste Weihnacht basteln will.

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