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Weihnachtsmann-Agentur beschenkt Kids in der Püttlinger Region

„Von drauß’ vom Walde komm ich her. Ich muss Euch sagen, es weihnachtet sehr.“ Etliche Male hat Thorsten Scherer in den vergangenen Wochen diese Zeilen zitiert und Kinder mit einem lauten „Ho- Ho-Ho“ begrüßt. Der 33-jährige Rettungsassistent von der Ritterstraße in Püttlingen tritt nämlich nebenberuflich als Weihnachtsmann auf. 2011 hat er sogar eine Weihnachtsagentur gegründet, die Nikoläuse und Weihnachtsmänner vermittelt. 45 Auftritte hat er in diesem Advent mit seinen fünf Mitarbeitern bereits bestritten. An Heiligabend geht die Saison mit der Bescherung in einer italienischen Familie in Völklingen zu Ende. Dann wird Thorsten Scherer noch einmal die Perücke aufsetzen, den weißen Rauschebart ankleben und in das rote Weihnachtsmannkostüm schlüpfen. Mütze, Stulpenstiefeln, Handschuhe, Gürtel gehören dazu.

Alles soll perfekt sitzen, und so nimmt die Verwandlung schon einige Zeit in Anspruch. Als eine Cousine ihn vor fünf Jahren fragte, ob er für ihre Kinder den Nikolaus spielen könne, hat Thorsten Scherer wohl noch nicht im Traum daran gedacht, dass sich die Geschichte so rasant entwickeln würde. Durch Mundpropaganda sprach sich sein Talent schnell herum. Bald sprengte die Nachfrage den persönlichen Rahmen, und Thorsten Scherer heuerte weitere Weihnachtsmänner im Freundes- und Bekanntenkreis an. Das Kostüm anziehen allein genüge nicht, sagt er. Man müsse auf Kinder eingehen können. Erfahrung mit Kindern haben. Wer ein guter Nikolaus oder Weihnachtsmann werden wolle, müsse üben.

Mitte Oktober beginnt deshalb das Weihnachtsmanntraining mit Kostümprobe und Schauspieltraining auf der Ritterstraße. Im Oktober gehen bei der Agentur die ersten Buchungen ein. Am 5. und 6. Dezember ballen sich die Hausbesuchwünsche. Am liebsten würden alle gleichzeitig um 18 Uhr den Nikolaus empfangen. Da ist Koordination gefragt. In diesem Jahr startete der Nikolausabend um 15.30 Uhr in der Espenstraße in Püttlingen. Letzter Auftritt war sechs Stunden später in der Kurt-Schumacher- Straße. Zwischendrin wartete man in Sulzbach, Schafbrücke, Bous, Beckingen, Saarlouis und Riegelsberg auf den Nikolaus.

Der Agenturleiter ist auch der Routenplaner. Ein Weihnachtsmann müsse immer in Reserve sein, erklärt er, man müsse schließlich Autopannen, Staus, Verkehrskontrollen einkalkulieren und Kinder, die auf den Nikolaus warten, dürfe man nicht enttäuschen. Das weiß er aus Erfahrung, schließlich ist er selbst Vater von drei Kindern im Alter von sechs Wochen, fünf und zehn Jahren. Das Schönste an der Tätigkeit sei das Funkeln in den Kinderaugen, sagt Scherer. Etwa 20 bis 30 Minuten dauert durchschnittlich ein Auftritt.

Scherer stimmt vorher per Post mit den Eltern ab, welche Taten zu loben sind. Wie es sich gehört, klappt der Nikolaus dafür ein dickes Buch auf. Thorsten Scherers Frau Aline hat fünf dicke Märchenbücher mit Goldpapier ausstaffiert. So haben alle Einsatzkräfte gleich eine passende Geschichte mit Rentieren, Engeln und dem Nikolaus parat. Ab Weihnachten 2014 kann man Thorsten Scherer auch im klassischen Nikolausstil mit Stab und Mitra erleben. Seine Patentante, Schneidermeisterin Johanna Schunk, wird den Bischofsmantel auf den Leib schneidern.


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